Gastroenterologie up2date 2019; 15(01): 27-37
DOI: 10.1055/a-0664-6643
Leber/Galle/Pankreas
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Nicht alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) – Ursachen, Diagnostik, Therapie

Monika Rau
,
Andreas Geier
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Publication Date:
27 March 2019 (online)

Die nicht alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) ist die häufigste chronische Lebererkrankung mit steigender Prävalenz und großer sozioökonomischer Bedeutung. Bisher gibt es keine zugelassene medikamentöse Therapie der NAFLD – Gewichtsreduktion und die Therapie der metabolischen Risikofaktoren stehen im Vordergrund. Dieser Beitrag beleuchtet Ursachen, Diagnostik und Therapie der Erkrankungen, die unter dem Begriff NAFLD zusammengefasst werden.

Kernaussagen
  • Bei der Pathogenese der nicht alkoholischen Fettlebererkrankungen (NAFLD) spielen multiple „Hits“ (oxidativer Stress, Lipidperoxidation, Endotoxine, Zytokine, Mikrobiom) auf dem Boden einer Steatosis hepatis eine wichtige Rolle.

  • Neben metabolischen Faktoren sind auch genetische Faktoren (z. B. PNPLA3, TM6SF2) bei der Pathogenese der NAFLD von Bedeutung.

  • Die Prävalenz der NAFLD steigt und ist mit dem metabolischen Syndrom und insbesondere mit der Adipositas stark assoziiert.

  • NASH-Patienten weisen eine erhöhte Gesamtmortalität auf. An erster Stelle stehen dabei Malignome, gefolgt von kardiovaskulären Erkrankungen.

  • Der NAFLD Fibrosis Score und die nicht invasive Lebersteifigkeitsmessung (z. B. Fibroscan) sind wesentliche Bestandteile zur diagnostischen Risikoabschätzung der NAFLD-Patienten.

  • Differenzialdiagnostisch müssen auch sekundäre Steatosen in Erwägung gezogen werden.

  • Bisher gibt es keine zugelassene leberspezifische medikamentöse Therapie mit nachgewiesenem Effekt auf die NAFLD für Patienten ohne Diabetes mellitus. Daher stehen an erster Stelle die Gewichtsreduktion sowie das Screening und die Behandlung von Risikofaktoren.

  • Bei Patienten mit Diabetes und mit NASH kann eine Therapie mit GLP-1-Analoga (z. B. Liraglutid) empfohlen werden.

  • Obeticholsäure (FXR-Agonist), Elafibranor (PPAR-α/δ-Agonist), Selonsertib (ASK1-Inhibitor) und Cenicriviroc (dualer Inhibitor der Chemokinrezeptoren CCR2 und CCR5) sind in der klinischen Entwicklung bei laufenden Phase-III-Studien am weitesten vorangeschritten.