GGP 2018; 02(06): 241
DOI: 10.1055/a-0675-2477
Editorial
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

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Publication Date:
11 December 2018 (online)

Eines ist sicher: 2019 werden uns mehr alte Menschen begleiten als 2018.

Liebe Leserinnen und Leser der GGP,

das Jahr neigt sich dem Ende zu. Und wieder blicken wir zurück auf das vergangene Jahr und hoffnungsvoll auf das neue. Wir hoffen auf gute Gesundheit, beste Erlebnisse und gute Entwicklungen.

Eines ist heute schon sicher. Auch 2019 werden uns mehr alte Menschen begleiten als das Jahr zuvor. Der Tatsache, dass immer mehr Menschen immer älter werden, und dies unsere Gesellschaft entscheidend mitprägt, trägt die Fachzeitschrift für Geriatrische und Gerontologische Pflege bereits im zweiten Jahr Rechnung. Die GGP stellt sich den altersassoziierten medizinischen, gerontologischen und vor allem pflegerischen Fragen und Herausforderungen. Wir, die Herausgeberinnen und Herausgeber der Fachzeitschrift, befassen uns gern mit diesen Fragen und arbeiten engagiert an den aktuellen altersspezifischen Pflegethemen und denen der Zukunft.

In der vorliegenden Ausgabe geht es zum Beispiel neben dem Thema der Beziehungsgestaltung zu Menschen mit Demenz, der Sexualität und Krankheit im Alter aus gerontopsychiatrischer Sicht und der Mundgesundheit in der stationären Pflege unter anderem auch um den CNE Schwerpunkt Polypharmazie im Alter. Unter Polypharmazie wird die gleichzeitige und andauernde Einnahme mehrerer Wirkstoffe verstanden, eine einheitliche Definition gibt es nicht. Viele Autoren definieren die Einnahme von fünf und mehr Wirkstoffen als Polypharmazie. Die Verordnung einer Vielzahl von Medikamenten kann bei älteren Menschen mit einem im Vergleich zum klinischen Nutzen überhöhten Risiko für Nebenwirkungen einhergehen und birgt die Gefahr neuer Erkrankungen und einer eingeschränkten Lebensqualität. Ob Polypharmazie oder die zugrunde liegende Multimorbidität die Ursache für die häufig schlechteren klinischen Ergebnisse sind, kann meist nicht eindeutig beantwortet werden. Zudem werden die Zusammenhänge zwischen Polypharmazie und soziodemografischen Merkmalen, subjektiver Gesundheitseinschätzung und Lebensqualität, insbesondere im Alter, nur selten analysiert.

Die Reduktion oder das Belassen einer Medikation ist immer eine individuelle, an Behandlungszielen orientierte Entscheidung und kann mithilfe von Listen sowie der Hausärztlichen Leitlinie Multimedikation erfolgen. Bemühungen, in Studien und Leitlinien Multimorbidität und Polypharmazie künftig vermehrt zu berücksichtigen und zu vermeiden, verdienen Unterstützung.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen friedvollen und besinnlichen Jahresausklang und ein gutes Jahr 2019, bei bester Gesundheit und mit möglichst wenigen Medikamenten. Wir danken Ihnen für Ihr Interesse an der GGP und wünschen Ihnen Kraft und glückliche Momente bei der Arbeit mit alten Menschen.

Für das Herausgeberteam, Ihre

Dr. Ursula Kriesten

Liebe Leserinnen und Leser,

die Zeitschrift GGP – Fachzeitschrift für Geriatrische und Gerontologische Pflege – wird mit dieser Ausgabe eingestellt. Die erschienenen Artikel finden Sie weiterhin online unter www.thieme-connect.de/products. Wir bedanken uns für Ihr Interesse!