Fortschr Röntgenstr 2019; 191(04): 311-322
DOI: 10.1055/a-0690-9365
Review
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Leitliniengerechte Therapie der PAVK – Aktuelle Studienlage und Ausblick

Article in several languages: English | deutsch
Jonas Kersting
1  Radiology, Helios University Hospital Wuppertal, University Witten/Herdecke, Wuppertal, Germany
,
Lars Kamper
1  Radiology, Helios University Hospital Wuppertal, University Witten/Herdecke, Wuppertal, Germany
,
Marco Das
2  Radiology, HELIOS Klinikum Duisburg, Germany
,
Patrick Haage
1  Radiology, Helios University Hospital Wuppertal, University Witten/Herdecke, Wuppertal, Germany
› Author Affiliations
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Publication History

22 March 2018

01 August 2018

Publication Date:
21 January 2019 (eFirst)

Zusammenfassung

Hintergrund Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) hat aufgrund des demografischen Wandels eine zunehmende gesundheitsökonomische Relevanz. PAVK-Patienten sind häufig mehrfach vorerkrankt und dementsprechend komplex und interdisziplinär zu behandeln. Der endovaskulär-interventionellen Therapie fällt dank rascher technischer Entwicklungen eine immer zentralere Rolle zu.

Methode Allgemeines Review mit Literaturrecherche, ausgehend von der aktuellen deutschen S3-Leitlinie zur Therapie der PAVK sowie aktuellen internationalen Leitlinien. Im Hinblick auf moderne Therapieverfahren fand die aktuelle Studienlage Berücksichtigung.

Ergebnisse Die Kenntnis aktueller Leitlinien und Handlungsempfehlungen sowie neuer therapeutischer Tendenzen und Ansätze ist essenziell zur suffizienten Behandlung von PAVK-Patienten. Zudem ist eine enge Zusammenarbeit zwischen interventioneller Radiologie und Gefäßchirurgie der Schlüssel zum Erfolg. Neben konservativen Ansätzen und den Bypass-OP-Verfahren haben die endovaskulären Ansätze stark an Bedeutung gewonnen. Diese sind in den PAVK-Stadien TASC A und B seit vielen Jahren Methode der Wahl und zeigen nunmehr vielversprechende Ergebnisse in der Behandlung von diffizilen TASC-C- und -D-Konstellationen. Eine primär endovaskuläre Strategie ist in einer Vielzahl der Fälle leitliniengerecht.

Schlussfolgerung Die primär endovaskuläre Vorgehensweise ist mittlerweile bei der Mehrzahl auch komplexer Läsionen der Becken-Bein-Achse zum Standard geworden. Der endovaskuläre Ansatz zeigt läsionsbezogen gut belegte Vorteile gegenüber der Bypass-Chirurgie, so zum Beispiel im Unterschenkelsegment eine Senkung der Mortalität. Weitere Evidenz wird zukünftig durch mehrere großangelegte randomisierte Multicenterstudien erwartet.

Kernaussagen:

  • Suffiziente Diagnostik essenziell zur Einordnung und Therapiefindung bei PAVK

  • Therapieentscheidung idealerweise in interdisziplinärer Fallkonferenz

  • Ausschöpfung konservativer sowie medikamentöser Therapie vor Intervention im Stadium der intermittierenden Claudicatio

  • Primär endovaskulärer Ansatz bei supra- und infrainguinalen Läsionen

  • Zusätzliche Evidenz von kommenden randomisierten Studien zu erwarten

Zitierweise

  • Kersting J, Kamper L, Das M et al. Guideline-Oriented Therapy of Lower Extremity Peripheral Artery Disease (PAD) – Current Data and Perspectives. Fortschr Röntgenstr 2019; 191: 311 – 322