Pädiatrie up2date 2019; 14(01): 59-68
DOI: 10.1055/a-0691-9896
Infektionskrankheiten
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Enterovirus-Infektionen: Epidemiologie, Klinik und Diagnostik

Sindy Böttcher
,
Marcus Panning
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Publication Date:
28 March 2019 (online)

Infektionen mit Enteroviren sind weltweit verbreitet und verlaufen in der Regel asymptomatisch oder als leichte fieberhafte Allgemeinerkrankung. Typische Krankheitsbilder sind Sommergrippe, Herpangina, Hand-Fuß-Mund-Krankheit und Bornholm-Erkrankung. Je nach Manifestationsort kann eine Infektion mit Enteroviren jedoch auch zu aseptischer Meningitis/Enzephalitis, Hepatitis oder Myokarditis führen [1], [2], [3].

Kernaussagen
  • Enterovirus-Infektionen sind weltweit verbreitet und rufen Poliomyelitis, Meningitis, Hand-Fuß-Mund-Erkrankung, Sepsis-ähnliche Bilder und weitere Erkrankungen hervor.

  • Die Poliomyelitis ist eine vor allem im Kindesalter auftretende Erkrankung, die zu akuten schlaffen Lähmungen (meist irreversibel) der Extremitäten führen kann.

  • Trotz des drastischen Rückgangs der Poliomyelitis dank des globalen Polio-Eradikationsprogramms der WHO muss weiterhin mit importierten Fällen gerechnet werden.

  • Die Übertragung erfolgt in der Regel fäkal-oral oder über kontaminierte Gegenstände/Oberflächen.

  • Die Mehrzahl der Infektionen verläuft asymptomatisch.

  • Schwere Sepsis-ähnliche Krankheitsbilder werden bei kleinen Kindern beobachtet.

  • Nosokomiale Infektionen sind möglich und insbesondere auf neonatologischen Stationen gefürchtet.

  • Die Akutdiagnostik basiert auf molekularbiologischen Nachweisverfahren.

  • Eine spezifische antivirale Therapie ist nicht verfügbar.