Dtsch med Wochenschr 2019; 144(07): 457-462
DOI: 10.1055/a-0740-8692
Klinischer Fortschritt
Pneumologie
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Stand der digitalen Medizin in der Pneumologie

Digital Health in Respiratory Medicine – Current Status
Michael Dreher
1  Klinik für Pneumologie und Internistische Intensivmedizin; Uniklinik RWTH Aachen
,
Berthold Jany
2  Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin (i.R.), Klinikum Würzburg Mitte, Würzburg
,
Georg Nilius
3  Kliniken Essen-Mitte, Essen
,
Holger Woehrle
4  Lungenzentrum Ulm/Schlaf- und Beatmungszentrum Blaubeuren, Ulm
,
Rembert Koczulla
5  Philipps-Universität Marburg (Standort Schönau), Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL), Schön Klinik Berchtesgadener Land
6  Lehrkrankenhaus der Philipps Universität Marburg
7  Lehrstuhl für pneumologische Rehabilitation, Phillips Universität Marburg
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Publication History

Publication Date:
29 March 2019 (online)

Was ist neu?

Obstruktive Lungenerkrankungen Durch digitale Anwendungen wie Smarthaler oder telemedizinische Anbindung der Patienten z. B. über digitale Spirometer oder Apps können Betreuung und Krankheitsverlauf optimiert werden. Die Auswertung der Daten kann z. B. die frühzeitige Erkennung von Exazerbationen ermöglichen.

Pneumologische Onkologie Unter Nutzung großer Datenmengen ist zukünftig eine Veränderung der Lungenkrebsdiagnostik denkbar. Durch computerunterstützte Analyseverfahren können genauere prädiktive Aussagen zu Tumor, Prognose oder Therapieansatz gemacht werden.

Pneumologische Rehabilitation: In der pneumologischen Rehabilitation könnten digitale Unterstützungssysteme wie Apps zur Bewegungssteigerung oder Trainingsunterstützung in den Alltag integriert und auch nach der Maßnahme weiterverfolgt werden.

Schlafmedizin und außerklinische Beatmung Große Datenmengen aus medizinischen Geräten, wie sie z. B. in der Beatmungsmedizin eingesetzt werden, bieten ein besseres Grundlagenverständnis der jeweiligen Erkrankung. Therapien können mit digitaler Technik besser gesteuert und die Therapietreue der Patienten gesteigert werden.

Intensivmedizin Im Bereich der Intensivmedizin gibt es mittlerweile telemedizinische Anbindungen von Intensivstationen kleinerer Häuser an ein Haus der Maximalversorgung. Hierdurch kann die Qualität der intensivmedizinischen Versorgung flächendeckend verbessert werden. Die Telemedizin bietet die Möglichkeit zum ärztlichen Austausch im Hinblick auf diagnostische und therapeutische Entscheidungen.

Abstract

Everyday life is increasingly influenced by digitization. Digitization creates large, often unstructured amounts of data (“big data”), which have been used in consumer industry for years, but yet not widely in medicine. For pulmonology, digitization offers opportunities and risks in different areas like obstructive lung diseases, thoracic oncology, pulmonary rehabilitation, sleep medicine, home mechanical ventilation, and in intensive care medicine. One of the opportunities is that the use of new technologies such as telemedicine and medical apps and the analysis of this new support make it possible to better understand and manage diseases. One of the key advantages is the use of “big data” for displaying dynamic behavior (“trajectories” = movement paths), to better understand disease processes, and to optimize patient management by using analytic techniques such as machine learning. Risks to be considered are data privacy and security as well as the use of artificial intelligence. The vision is to enable precision medicine in pulmonology.