PSYCH up2date 2020; 14(02): 111-127
DOI: 10.1055/a-0748-8998
Schizophrenien, schizophreniforme und wahnhafte Störungen
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Psychoedukation und Angehörigenarbeit bei Schizophrenie

Josef Bäuml
,
Gabriele Pitschel-Walz

Subject Editor: Wissenschaftlich verantwortlich gemäß Zertifizierungsbestimmungen für diesen Beitrag ist Prof. Dr. med. Josef Bäuml, München.
Further Information

Publication History

Publication Date:
09 March 2020 (online)

Als integrativer Baustein in einem multimodalen Behandlungskonzept bietet Psychoedukation eine wichtige psychotherapeutische Intervention bei allen schweren psychischen Erkrankungen. Ziel ist es, ein funktionales Krankheits- und Behandlungskonzept anhand wissenschaftlich fundierten Therapieleitlinien zu vermitteln. Zentrale Elemente sind dabei die interaktive Informationsvermittlung und eine emotionale Entlastung von Patient und Angehörigen.

Kernaussagen

Psychoedukation leistet einen wichtigen Beitrag in der Behandlung psychischer Erkrankungen:

  • Elementarer und integrativer Baustein in einem multimodalen Behandlungskonzept

  • Basale psychotherapeutische Intervention bei allen schweren psychischen Erkrankungen

  • Bildung eines funktionalen Krankheits- und Behandlungskonzeptes

  • Zentrale Elemente: interaktive Informationsvermittlung und emotionale Entlastung

  • Verzahnung von subjektivem Krankheitswissen und wissenschaftlich fundierten Therapieleitlinien

  • Komplementär zum Psychose-Seminar und den Peer-gestützten Selbsthilfestrategien hinsichtlich Selbstwirksamkeit und Empowerment

  • Verbesserung von Adhärenz und Krankheitseinsicht

  • Reduktion von stationären Wiederaufnahmen und stationären Krankenhaustagen

  • Wirksamkeitssteigerung durch Einbeziehung der Angehörigen

  • Psychoedukative Konzepte für alle psychischen Krankheitsbilder entwickeln [5]

  • DGPE (Deutsche Gesellschaft für Psychoedukation): www.dgpe.de