Fortschr Röntgenstr 2019; 191(05): 433-441
DOI: 10.1055/a-0755-2374
Experimental Radiology
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Artefakt-Verhalten von dentalen Keramik- und Titanimplantaten im MRT

Article in several languages: English | deutsch
Margit-Ann Geibel
1  Oral and Maxillofacial Surgery, Ulm-University, Ulm Germany
,
Benjamin Gelißen
2  Dental Office Benjamin Gelißen, Schwerin, Germany
,
Anna-Katinka Bracher
3  Internal Medicine II, Ulm-University, Ulm, Germany
,
Volker Rasche
3  Internal Medicine II, Ulm-University, Ulm, Germany
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

21 December 2017

19 September 2018

Publication Date:
12 November 2018 (eFirst)

Zusammenfassung

Ziel Untersuchung der Darstellbarkeit von dentalen Titan- und Keramikimplantaten mittels verschiedener, räumlich isotrop aufgelöster 3-dimensionaler magnetresonanztomografischer (MRT) Untersuchungsmethoden.

Material und Methoden 21 dentale Implantate (7 aus Keramik, 14 aus Titan) wurden in vitro mit einer räumlich isotrop aufgelösten 3-dimensionalen Gradientenecho (FFE), einer Turbo-Spinecho (SE) und einer Ultra-Short-Echo-Time (UTE)- Messtechnik gescannt. Die resultierenden absoluten Volumina der Implantate wurden quantifiziert und der relative Fehler zum theoretischen Volumen berechnet.

Ergebnisse Keramikimplantate und deren Peripherie konnten in allen Fällen gut dargestellt werden. Es resultierte ein mittlerer Fehler von 5,4 ± 2,3 % (UTE) bis 6,5 ± 4,3 % (FFE). Es wurde keine signifikante Differenz zwischen den untersuchten Messmethoden beobachtet. Der Übergang zwischen Implantat und umgebender Agarose konnte in allen Fällen Artefakt-frei dargestellt werden. Titanimplantate resultierten in Fehlern zwischen 1314 ± 350 % (FFE) und 2157 ± 810 % (SE). Hier wurden signifikante Unterschiede zwischen der FFE und der SE und zwischen der UTE und der SE-Sequenz beobachtet. Die Peripherie der Implantate konnte in keinem Fall dargestellt werden.

Schlussfolgerungen Die Anwendung der MRT-Technik zur Diagnostik von Periimplantitis, Beurteilung anatomischer Strukturen und Planung dentaler Implantation ist derzeit sehr limitiert, könnte aber vermehrt genutzt werden, sofern keine störenden oder die Bildgebung störenden Materialien im Bereich der region-of-interest vorhanden sind. Die MRT-Technologie ist für Fragestellungen, die Titanimplantate betreffen, nicht geeignet. Bei Verwendung von Keramikimplantaten ist die MRT-Technologie eine Option.

Kernaussagen

  • Die MRT erlaubt die Artefakt-freie Darstellung von dentalen Keramikimplantaten.

  • Bei Titanimplantaten resultieren die größten relativen Fehler bei der SE-Technik.

  • Die UTE-Technik zeigt keine signifikanten Verbesserungen im Artefakt-Verhalten gegenüber der FFE-Technik.

Zitierweise

  • Geibel M, Gelißen B, Bracher A et al. Artifact Properties of Dental Ceramic and Titanium Implants in MRI. Fortschr Röntgenstr 2019; 191: 433 – 441