Fortschr Röntgenstr 2019; 191(08): 732-738
DOI: 10.1055/a-0777-2525
Musculoskeletal System
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Intraneurale Ganglionzysten der unteren Extremität

Article in several languages: English | deutsch
Tobias Fricke
1  Department of Radiology and Neuroradiology, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Germany
,
Anne Dorothée Schmitt
2  Department of Neurosurgery, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Germany
,
Olav Jansen
1  Department of Radiology and Neuroradiology, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Germany
› Author Affiliations
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Publication History

28 June 2018

16 October 2018

Publication Date:
19 November 2018 (eFirst)

Zusammenfassung

Hintergrund Bei intraneuralen Ganglionzysten handelt es sich um eine seltene Pathologie, welche die peripheren Nerven betrifft. Die Zysten entstehen gemäß der anerkanntesten Theorie (Gelenk-/Synovial-Theorie) aus einem Kapseldefekt eines benachbarten Gelenks, sodass sich Gelenkflüssigkeit entlang des Epineuriums eines Nervenastes ausbreitet. Dadurch kommt es zu den entsprechenden neurologischen Symptomen. Anhand von 3 eigenen Kasuistiken soll dieses Krankheitsbild dargestellt werden.

Methoden Die Patienten wurden zwischen 2011 und 2018 mittels MRT der unteren Extremitäten untersucht. Auch für die Nachuntersuchungen wurden MRTs durchgeführt.

Kasuistiken und Diskussion Die von uns beschriebenen Patienten zeigten vielfältige Symptome. Durch die MRT konnten wir die intraneuralen Ganglionzysten exakt detektieren und so den behandelnden Kollegen die Basis für die durchzuführenden Operationen liefern. Die operative Therapie bei intraneuralem Ganglion besteht in der Dekompression der Nerven/der Ganglionzysten und Ligatur des versorgenden Gelenkastes; letzteres ist für die Prognose entscheidend, da nur so der Ursprung der Erkrankung behandelt wird und Rezidive verhindert werden. Durch unsere Fallbeispiele können wir die allgemein favorisierte Gelenk-/Synovial-Theorie unterstützen.

Kernaussagen:

  • Intraneurale Ganglionzysten können vielfältige neurologische Symptome verursachen, abhängig von ihrer Lokalisation.

  • Die Pathogenese wird durch die Gelenk-/Synovial-Theorie sinnvoll erklärt. Diese besagt, dass die Zysten aus einem Kapseldefekt eines Gelenkes entstehen.

  • Die MRT ist die Methode der Wahl zur exakten Diagnosestellung intraneuraler Ganglionzysten. Aber auch die Sonografie hat einen wichtigen Stellenwert.

  • Eine Operation ist die einzige kurative Therapie, wobei der Behandlungserfolg entscheidend von der Ligatur des versorgenden Gelenkastes abhängt.

Zitierweise

  • Fricke T, Schmitt AD, Jansen O. Intraneural Ganglion Cysts of the Lower Limb. Fortschr Röntgenstr 2019; 191: 732 – 738