Laryngo-Rhino-Otol 2019; 98(01): 62-63
DOI: 10.1055/a-0784-9612
OP-Techniken
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Fehlbildungschirurgie von Nase und Lippe

Rudolf Stellmach
Further Information

Publication History

Publication Date:
08 January 2019 (online)

Verbesserungsoperationen nach Lippenplastiken

Präoperative diagnostische Maßnahmen

Eingehende klinische Untersuchung des Spaltbereichs ist notwendig, um das Ergebnis der Voroperationen unter ästhetischen und funktionellen Gesichtspunkten zu objektivieren. Die Untersuchung durch den Operateur wird ergänzt durch die phoniatrischen und kieferorthopädischen Befunde.

Photodokumentation, Abdrucknahme zur Herstellung von Kiefermodellen und Panoramaröntgenaufnahmen sowie bei Wachstumsstörungen des Mittelgesichts eine Fernröntgenseitenaufnahme sind erforderlich.


#

Indikation und Operationszeitpunkt

Reoperationen sind wichtig und erfolgversprechend, wenn ihre Indikation streng und kritisch gehandhabt wird. Folgende Feststellungen müssen gegeben sein:

  • bei operierten Lippen die Wahrscheinlichkeit, daß ein wesentlich verbessertes Aussehen zu erzielen ist;

  • Restlöcher im Mundvorhof, die eine Kommunikation mit der Nasenhöhle herstellen.

Von gleicher Wichtigkeit wie die Indikation ist der Zeitpunkt des Eingriffs:

  • Keine Beschränkungen bestehen ab dem Ende des Wachstumsalters (16 Jahre) und bei Erwachsenen.

  • Im Wachstumsalter, insbesondere während der Milchgebißperiode bis zum Beginn des Zahnwechsels, ist wegen der operationsbedingten Wachstumshemmungen große Zurückhaltung bei Reoperationen angezeigt.

  • Für die Verbesserung des Aussehens der Lippe ist möglichst nur eine Narbenkorrektur im Jahr vor dem Schulbeginn auszuführen.


#

Operationsprinzip

Reoperationen der Lippe lehnen sich mit der gleichen Zielsetzung an die Methoden der Primäroperation an.


#

Zweckmäßige Anästhesie

Bei Kindern sollen grundsätzlich alle Operationen, d. h. auch kleine Eingriffe, in Narkose vorgenommen werden. Alle Reoperationen erfolgen im Bereich von Narben, bei denen mit erhöhten Operationsschmerzen zu rechnen ist. Ebenfalls sollen alle größeren Eingriffe bei Erwachsenen in Endotrachealnarkose ausgeführt werden. Hierfür eignet sich die orotracheale Intubation am besten.

Hingegen können kleine Narbenkorrekturen bei Erwachsenen auch in Lokalanästhesie ausgeführt werden. Die Leitungsanästhesie am Foramen infraorbitale ist besonders wirkungsvoll. Sie ermöglicht Schmerzbefreiung ohne Aufquellung des Operationsgebietes, die bei einer Infiltrationsanästhesie zur Veränderung der Größenverhältnisse führt.


#