Klinikarzt 2018; 47(12): 568
DOI: 10.1055/a-0803-6241
Berühmte Helfer der Medizin
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Vater der Molekularbiologie

Max Delbrück (04.07.1906–10.03.1981)
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Publication Date:
07 January 2019 (online)

„Diese Leute in Stockholm sollten sich klarmachen, dass eine Zeitdifferenz von neun Stunden zwischen Schweden und Kalifornien besteht. Es ist eine schreckliche Sache, einen Menschen anzurufen, bevor er gefrühstückt hat.“ Dies sagte der deutsche Biophysiker Max Delbrück am 13. Oktober 1969 vor Journalisten auf die Frage, was seine ersten Gedanken zur Verleihung des Nobelpreises für Physiologie und Medizin waren. Der 1937 in die USA emigrierte Genetiker war um kurz nach 5 Uhr in der Frühe vom schwedischen Verleihungskomitee benachrichtigt worden. Ohne Zweifel die Koryphäe der modernen Genetik war und blieb ein bescheidener Mann. Auch in dem Moment, der für die Wissenschaft eine kleine Sensation bedeutete. Denn Delbrück hatte als erster Physiker den Nobelpreis für Medizin erhalten. Seine Entdeckungen über das Verhalten von Bakteriophagen waren so bahnbrechend in der Erforschung von Viren und Viruserkrankungen, dass Delbrück als Gründer einer neuen Wissenschaftsdisziplin geehrt wurde: die Molekularbiologie.