Z Geburtshilfe Neonatol 2019; 223(01): 15-25
DOI: 10.1055/a-0807-7963
Übersicht
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die Ösophagusatresie – von der Herausforderung in der Pränatalmedizin bis zur chirurgischen Versorgung

Oesophageal Atresia – from the Challenge in Prenatal Medicine until Surgical Care
Stanisław Jurk
1  Geburtshilfe und Pränatale Diagnostik, St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig, Leipzig
,
Martin Lacher
2  Klinik für Kinderchirurgie, Uniklinik Leipzig, Leipzig
,
Carsten Springer
1  Geburtshilfe und Pränatale Diagnostik, St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig, Leipzig
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Publication History

eingereicht 30 April 2018

akzeptiert nach Überarbeitung 24 November 2018

Publication Date:
21 February 2019 (online)

Zusammenfassung

Bei der Ösophagusatresie kommt es zu einer Hemmungsfehlbildung der Speiseröhre mit oder ohne Verbindung zur angrenzenden Trachea. Eine pränatale Diagnostik mittels Ultraschalluntersuchungen ist durch die indirekten Hinweiszeichen relativ unspezifisch und nur als eine Verdachtsdiagnose möglich. Neben dem gleichzeitigen Vorliegen eines Polyhydramnions sowie der wiederholt nicht möglichen Darstellung einer Magenblase, bzw. zu kleiner Magenblase, bestärkt das Vorliegen eines sog. „Pouch-sign“ die Verdachtsdiagnose. Eine MRT erhöht die pränatale Detektionsrate. Aufgrund der fehlenden sicheren sonografischen Marker, neben der möglichen direkten Darstellung des Ösophagus, sollten Ultraschallkontrollen in der Schwangerschaft durchgeführt werden. Insbesondere sollten kategorisch weitere mögliche Ursachen eine Polyhydramnions ausgeschlossen werden. Postnatal fallen die Kinder mit der klassischen Symptomatik auf. Die operative Versorgung ermöglicht den Betroffenen eine sehr gute Lebensqualität und Prognose. Eine lebenslange Observation und Begleitung ist notwendig.

Abstract

Oesophageal atresia causes a dysplasia of the oesophagus with or without a connection to the adjoining trachea. Prenatal ultrasound results are not specific enough to confirm a suspected diagnosis. In addition to polyhydramnios and a small or absent stomach, the so-called “pouch sign” reinforces the suspected diagnosis. An MRI increases the prenatal detection rate. Due to the lack of reliable sonografic markers, ultrasonic testing is advised during pregnancy. Particularly, further causes for the polyhydramnios should be categorically excluded. Postnatally, children present with classic symptoms. Surgical treatment results in a very high quality of life and a very good prognosis. Nevertheless lifelong monitoring and follow-up of the patient is required.