Onkologie up2date 2019; 1(01): 87-97
DOI: 10.1055/a-0809-9293
Psychoonkologie und Pflege
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Zielsetzungen palliativmedizinischer Maßnahmen bei Patienten mit malignen Hirntumoren

Eva Katharina Masel
,
Gudrun Kreye
,
Stefan Oberndorfer
,
Christine Marosi
Further Information

Publication History

Publication Date:
06 February 2019 (online)

Die Symptome von Patienten mit bösartigen Hirntumoren unterscheiden sich deutlich von anderen Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen. Anhand von Publikationen und der im Vorjahr publizierten Guidelines der Europäischen Gesellschaft für Neuroonkologie (EANO) werden die Besonderheiten bei neuroonkologischen Patienten dargestellt.

Kernaussagen
  • Da bei einer großen Zahl von Patienten mit Hirntumoren vom Zeitpunkt der Diagnose an feststeht, dass es zu einer Phase verminderter Kommunikationsmöglichkeiten am Lebensende kommen kann, kommt der offenen Kommunikation mit Patienten und Angehörigen über diese Lebensphase und der Initiierung von Advance Care Planning ein besonderer Stellenwert zu.

  • Patienten mit Hirntumoren weisen weniger Schmerzen, weniger gastrointestinale Symptome und weniger Atemnot auf als andere Patienten mit malignen Tumoren, dafür deutlich mehr Harninkontinenz, neurologische Symptome wie motorische und sensorische Defizite, Bewusstseinsstörungen, zunehmende Apathie und Adynamie sowie epileptische Anfälle.

  • Da epileptische Anfälle in der Praxis den häufigsten Grund für akute stationäre Aufnahmen in Kliniken bilden und auch mit hoher Wahrscheinlichkeit neu in der Terminalphase auftreten können, ist die Prophylaxe und Therapie epileptischer Anfälle ein wesentliches Therapieziel.

  • Als Trigger-Symptom für die letzte Lebensphase haben sich bei Patienten mit fortgeschrittenen Hirntumoren Schluckstörungen, zumeist durch Störung der Bewusstseinslage, herausgestellt.