Zeitschrift für Phytotherapie 2019; 40(03): 120-121
DOI: 10.1055/a-0827-8841
Forschung
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Andrographis paniculata – Kalmegh, Fah thalai chon

Thailändische Heilpflanzen im Kurzporträt
Josef Burri
1  Langnau am Albis
,
Bernhard Uehleke
2  Berlin
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Publication History

Publication Date:
10 July 2019 (online)

Andrographis paniculata (Wall), ein Akanthusgewächs, stammt ursprünglich aus Indien und Sri Lanka, ist mittlerweile in ganz Südostasien und etlichen anderen Ländern verbreitet. Als sehr bittere Medizin ist die Pflanze bei Kindern verhasst. Dennoch wird sie in den traditionellen Medizinsystemen Indiens, Chinas, Tibets, Thailands und Malaysias recht häufig verwendet. Sie wird auch als „indische Echinacea“ bezeichnet. In Thailand trägt sie den Namen „Fah thalai chon“, was ungefähr so viel bedeutet wie „Der Himmel vertreibt den Eindringling“ oder „Der Himmel schlägt den Räuber“, was durchaus der erwünschten medizinischen Wirkung entspricht. Sogar ein thailändischer Spielfilm trägt diesen Originaltitel, wohl weil Pflanze und Titel den Seelenzustand des Protagonisten treffend beschreiben („Tears of the Black Tiger“ von Wisit Sasanatieng, 2000). Warum Großmütter sehr viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, um ihren kranken Enkelkindern den Kalmegh-Tee aufzuschwatzen, liegt in dessen Bitterkeit. Der Kalmegh hat also durchaus dramaturgische Qualitäten. Er ist die Bitterpflanze par excellence und darf in keinem häuslichen Kräutergarten Thailands fehlen.