Neonatologie Scan 2019; 08(04): 289-303
DOI: 10.1055/a-0828-1203
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Lungenfunktionsmessung in der Neonatologie

Kai M. Förster
,
Franziska Sattler*
,
Andreas W. Flemmer*

Subject Editor: Wissenschaftlich verantwortlich gemäß Zertifizierungsbestimmungen für diesen Beitrag ist Dr. med. Kai Martin Förster, München.
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Publication Date:
25 November 2019 (online)

In diesem Artikel werden die Grundlagen der Säuglings-Lungenfunktionsmessung, Aspekte der Atemphysiologie beim Neonaten sowie deren Einfluss auf die Interpretation der Messergebnisse besprochen.

Kernaussagen
  • Lungenfunktionsmessungen im Neonatenalter werden nicht regelmäßig in der klinischen Routine eingesetzt.

  • Während der Lungenfunktionsmessung muss der Säugling mittels eines Herz-Atem-Monitors überwacht werden.

  • Aufgrund der ausgeprägten Variabilität der Fluss-Volumen-Kurven bei der Ruheatemanalyse im frühen Kindesalter sollte die Interpretation nur zusammen mit der Klinik erfolgen.

  • Messungen der passiven Atemmechanik (Compliance, Widerstand und Zeitkonstante) sind möglich, wenn ein Zustand der Relaxation in den Atemwegen herbeigeführt werden kann.

  • Bei der Single-Occlusion-Technik wird die Lunge als ein Ein-Kammer-Modell mit einem einzelnen Wert für die Zeitkonstante behandelt.

  • Der wichtigste Parameter der Bodyplethysmografie in der Säuglingszeit ist die funktionelle Residualkapazität (FRC). Die plethysmografische Beurteilung der FRC basiert auf dem Gesetz von Boyle-Mariotte.

  • Ventilationsinhomogenitäten und insbesondere Veränderungen an den kleinen Atemwegen können mit den Auswaschverfahren sensitiv erfasst werden.

* geteilte Letztautorenschaft