Z Geburtshilfe Neonatol 2019; 223(03): 169-178
DOI: 10.1055/a-0835-7204
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Langzeitentwicklung von Kindern nach Extra Corporaler Membran Oxygenierung (ECMO)

Long-Term Development of Infants after Extracorporeal Membrane Oxygenation (ECMO)
Kai Martin Förster
1  Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital am Klinikum der Universität, Neonatologie der Kinderklinik am Perinatalzentrum der LMU München, Campus Großhadern, München
2  Comprehensive Pneumology Center, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL)
,
Susanne Herber-Jonat
1  Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital am Klinikum der Universität, Neonatologie der Kinderklinik am Perinatalzentrum der LMU München, Campus Großhadern, München
,
Annamaria Florian
1  Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital am Klinikum der Universität, Neonatologie der Kinderklinik am Perinatalzentrum der LMU München, Campus Großhadern, München
,
Mathias Klemme
1  Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital am Klinikum der Universität, Neonatologie der Kinderklinik am Perinatalzentrum der LMU München, Campus Großhadern, München
,
Andreas W. Flemmer
1  Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital am Klinikum der Universität, Neonatologie der Kinderklinik am Perinatalzentrum der LMU München, Campus Großhadern, München
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Publication History

eingereicht 19 September 2018

akzeptiert 09 January 2019

Publication Date:
04 March 2019 (eFirst)

Zusammenfassung

Hintergrund Nach neonatalem Lungenversagen und insbesondere nach einer ECMO-Therapie können verschiedenste Langzeitmorbiditäten auftreten. Das Follow-up dieser schwer kranken Neugeborenen ist als Qualitätskriterium für ein ECMO-Zentrum unverzichtbar und sie besitzt einen hohen Stellenwert in der Beratung von Eltern. Da ECMO-Zentren ein großes Einzugsgebiet haben, ist eine feste Anbindung der Patienten an das Zentrum oft schwierig.

Methode Nachsorgeuntersuchung und Entwicklungsscreening einer Kohorte (n=41) ehemaliger Neugeborener und Säuglinge mit schweren Lungenversagen auf Langzeitmorbiditäten durch eine Fragebogenerhebung sowie eine systematische, z.T. computergestützte Recherche mittels Arztbriefen und Telefonbefragung.

Ergebnisse An 28 von 31 Familien überlebender Kinder konnten Fragebögen versendet werden. 23 Fragebögen wurden zurückgesandt, einer Rücklaufquote von 82% entsprechend. Vier Kinder hatten auffällige Fragebogenergebnisse, d. h. sie lagen unter der 90ten Perzentile der altersentsprechenden Werte und besaßen damit ein Risiko für eine Entwicklungsauffälligkeit. Davon waren 3 Kinder im Alter von 2 Jahren und waren im Rahmen ihres Lungenversagens konventionell behandelt worden. Ein Kind im Alter von 6 Jahren hatte eine ECMO-Therapie erhalten.

Schlussfolgerung Die von uns erstmals an Kindern mit einem schweren neonatalen Lungenversagen eingesetzten Fragebögen können der Detektion einer Entwicklungsauffälligkeit dienen. In der klinischen Praxis sind sie als Entwicklungsscreening einsetzbar und auch für wissenschaftlichen Fragestellungen anwendbar.

Abstract

Background After neonatal lung failure and especially after ECMO therapy long-term morbidities are common. The follow-up of these seriously ill neonates is an indispensable quality criterion for an ECMO centre and beyond that follow-up data are important for counselling parents. Yet, ECMO-centres often cover a large service area and follow-up is difficult due to long travel distances for parents. In this study, we therefor evaluated the applicability of questionnaires sent out to parents.

Methods We performed a follow-up examination and development screening for long-term morbidities in a cohort of former newborns with severe lung failure (n=31/41) using a questionnaire. In addition, doctorʼs letters and telephone interviews were evaluated by a systematic, partly computer-assisted approach

Results Questionnaires were sent out to 28 families of the 31 surviving children. Of those, 23 were returned (82% response). Four children had conspicuous questionnaire results, i. e. they were below the 90th percentile of the age-related values and thus had a risk of developmental delay. Of these, 3 children were 2 years old and did not need ECMO at birth due to respiratory failure. Another child (6 years) who was on ECMO after birth had abnormal findings on the questionnaire.

Conclusion In this study specific questionnaires were used for the first time in children with severe neonatal lung failure allowing the detection of abnormal development. This pilot trial shows that application of structured questionnaires seems feasible and should be further evaluated in a large cohort, controlled by established developmental tests.

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