Gastroenterologie up2date 2019; 15(04): 335-350
DOI: 10.1055/a-0867-1407
Leber/Galle/Pankreas
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Der unklare Leberrundherd

Michael Schultheiß
,
Bertram Bengsch
,
Robert Thimme
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Publication History

Publication Date:
02 December 2019 (online)

Fokale Leberrundherde sind ein häufiger Befund in der abdominellen Sonografie [1]. Die korrekte Diagnosestellung ist entscheidend – denn als Leberrundherd präsentieren sich sowohl völlig harmlose als auch lebensbedrohliche Befunde. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die häufigsten Ursachen für Leberrundherde, ihre sonomorphologischen Merkmale in der B-Bild-Diagnostik und kontrastmittelgestützten Bildgebung sowie ihre Therapie.

Kernaussagen
  • Die typischen sonomorphologischen Merkmale einer Leberzyste sind rundliche Darstellung, echofreies Binnenlumen, zarte Zystenkapsel und dorsale Schallverstärkung.

  • Die zystische Echinokokkose sollte nach der WHO-Klassifikation eingeteilt werden.

  • Ein Leberabszess sollte zur Keimgewinnung sonografisch gesteuert punktiert und ggf. drainiert werden.

  • Verfettungsstörungen treten typischerweise in einer steatotischen Leber auf, liegen im Gallenblasenbett oder periportal und kommen dreieckförmig oder landkartenartig zur Darstellung.

  • Das hepatozelluläre Karzinom zeigt in der KM-gestützten Bildgebung in der arteriellen Phase eine frühe Kontrastmittelaufnahme und ein venöses Auswaschen.

  • Für die Differenzierung zwischen einer fokal nodulären Hyperplasie und einem Leberadenom benötigt man eine KM-gestützte Bildgebung.

  • Das Hämangiom der Leber ist echoreich, scharf berandet und zeigt in der KM-Darstellung ein Irisblendenphänomen.