Aktuel Urol 2019; 50(04): 345-346
DOI: 10.1055/a-0884-4480
Referiert und kommentiert
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Kombinationstherapie beim Hochrisiko- nicht-muskelinvasiven Blasenkarzinom (HR-NMIBC)

Eine randomisierte, unverblindete, multizentrische, weltweit durchgeführte Studie der Phase III von Durvalumab und Bacillus Calmette-Guérin (BCG) verabreicht als Kombinationstherapie im Vergleich zu BCG alleine bei Patienten mit Hochrisiko nicht-muskelinvasivem Blasenkarzinom (POTOMAC) – AB 69/18 der AUO
H. Rexer
1  AUO Geschäftsstelle
,
A. Merseburger Prof. Dr.
2  Organgruppensprecher der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft e. V., Kuno-Fischer-Str. 8, 14057 Berlin
,
M. Bögemann PD. Dr.
3  Leiter der klinischen Prüfung, Universitätsklinikum Münster, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Albert-Schweitzer-Campus 1, 48149 Münster
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
09 August 2019 (online)

Die Standardtherapie eines Hochrisiko- nicht-muskelinvasiven Blasenkarzinoms besteht derzeit aus einer transurethralen Resektion (TUR-B) und anschließender BCG-Instillation. Trotz dieser Therapie liegt die Rückfallrate mit 50 % der Patienten in den ersten 3 Jahren recht hoch, hier besteht noch Verbesserungspotential.

Durvalumab ist ein sogenannter Checkpoint-Inhibitor, dessen Wirksamkeit in der Therapie von lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Blasenkarzinom bereits gezeigt werden konnte. In der vorliegenden Studie soll nun geprüft werden, ob der Einsatz von Durvalumab zusätzlich zu einer BCG-Instillationstherapie in der Indikation HR-NMIBC einen therapeutischen Nutzen zeigt.

Primärer Endpunkt der Studie ist das krankheitsfreie Überleben (Disease Free Survival–DFS); sekundäre Endpunkte sind das DFS nach 24 Monaten, Bewertung von erkrankungsbedingten Symptomen und Lebensqualität, Gesamtüberleben (OS), Zeit bis zur muskelinvasiven/metastasierten Erkrankung und Verträglichkeit der Kombinationstherapie.

In diese internationale Studie sollen bis Ende 2019 975 Patienten eingeschlossen werden, davon ca. 90 in 12 deutschen Studienzentren. Die teilnehmenden Zentren in Deutschland und Österreich inkl. der Kontaktdaten für Patientenzuweisungen finden sich in [Tab. 1]. In [Tab. 2] sind die wichtigsten Ein- und Ausschlusskriterien gelistet. [Abb. 1] zeigt den bisherigen Rekrutierungsverlauf in den deutschen Zentren.

Tab. 1

Teilnehmende Zentren für Patientenzuweisungen.

Ort

Kontaktdaten

Berlin

Prof. Dr. Maria de Santis, Tel.: 030/84 45-25 75, maria@desantis.cc

Duisburg

Dr. Eva Hellmis, Tel. 0203/50 03 04-0, hellmis@urologicum-duisburg.de

Erkrath

Philipp Spiegelhalder, Tel.: 02104/24 302, p_spiegelhalder@web.de

Graz

Prof. Dr. Georg Hutterer, Tel.: 0043(0)316/385-, georg.hutterer@medunigraz.at

Hannover

Dr. Christoph von Klot, Tel.: 0511/532-36 47, Klot.Christoph@mh-hannover.de

Heidelberg

PD Dr. Gencay Hatiboglu, Tel.: 06221/56-36 510, Gencay.Hatiboglu@med.uni-heidelberg.de

Innsbruck

Dr. Wolfgang Horninger, Tel. 0043+512/504-24 810, Gerald.Klinglmair@tirol-kliniken.at

Linz

Dr. Wolfgang Loidl, Tel.: 0043+(0)732/76 77-72 53, wolfgang.loidl@bhs.at

Köln

Dr. med. Jörg Klier, Tel.: 0221/3620-25, info@drklier.de

Marburg

Prof. Dr. Axel Hegele, Tel.. 06421/586-25 75, Hegele@med.uni-marburg.de

Mülheim

Dr. Elke Stagge, Tel.: 0208/94 06 79-00, e.stagge@pur-r.de

München

Dr. Jozefina Casuscelli, Tel.: 089/44 00-73 526, jozefina.casuscelli@med.uni-muenchen.de

Münster

Dr. Martin Bögemann, Tel.: 0251/834-74 47, martin.boegemann@ukmuenster.de

Nürtingen

Dr. Susan Feyerabend, Tel.: 0170/38 09 233, praxis@studienurologie.de

Salzburg

Prof. Dr. Luas Lusuardi, Tel.: 0043(0)5/72 55-27 400, l.lusuardi@salk.at

Wien

Dr. Kilian Gust, Tel.: 0043(0)1/21 121-81 87 03, kilian.gust@meduniwien.ac.at

Zirndorf

Prof. Dr. Bernd Schmitz-Dräger, Tel.: 0911/97 14 531, B.Schmitz-Draeger@urologie24.de

Tab. 2

Ein- und Ausschlusskriterien der Studie (Auswahl):

Einschlusskriterien

Ausschlusskriterien

  • Histologisch bestätigtes nicht-muskelinvasives Urothelkarzinom der Harnblase im High-risk-Stadium (T1, High grade/G3, CIS, multipel UND rezidivierend UND große Tumore)

  • vollständige Resektion aller Ta/T1-Tumoren (Resttumor bei CIS möglich) Keine Vorbehandlung mit Radiatio

  • Keine vorherige Therapie mit anti-PD-1-, anti-PD-L1 – und anti-CTLA-4-Antikörpern

  • Tumorbiopsie (FFPE) ist obligatorisch

  • Nachweis einer muskelinvasiven, lokal fortgeschrittenen und/oder metastasierten Erkrankung (T2 – 4, Stage IV)

  • Vorwiegend gemischte Histologie

  • Frühzystektomie indiziert

  • Nachweis einer Lymphgefäßinvasion

  • Bekannte Kontraindikation für BCG

  • Gleichzeitig vorliegendes nicht-muskelinvasives Urothelkarzinom außerhalb der Harnblase (Urethra, Ureter, Pelvis renalis)

  • Blasenentzündung innerhalb 2 Wochen vor der ersten Dosierung

Zoom Image
Abb. 1 Bisheriger Rekrutierungsverlauf.

Leiter der klinischen Studie (LKP) in Deutschland ist PD Dr. Martin Bögemann; seine Aufgaben liegen in der medizinischen Durchführung der Studie, der Abwägung von Nutzen-Risiko der Studie, Umsetzung des Prüfplans in ärztlichen Belangen in Deutschland. Er ist Ansprechpartner für Ethikkommission und Behörden und mit zuständig für die abschließende ärztliche Bewertung der Ergebnisse. Sponsor der Studie ist die AstraZeneca AB in Södertälje, Sweden. Die Studie ist unter der Nummer NCT03528694 bei clinicaltrials.gov registriert.