Pädiatrie up2date 2020; 15(01): 31-52
DOI: 10.1055/a-0897-9035
Immunologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Das atopische Ekzem im Kindes- und Jugendalter

Marc Pleimes
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Publication Date:
05 March 2020 (online)

Das atopische Ekzem/die atopische Dermatitis ist mit bis zu 20% betroffener Kinder und meist schon im Säuglingsalter beginnenden Symptomen eine der häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. Trotz Kenntnissen zum Hautbarrieredefekt und immunologischen Faktoren bei im Kindesalter guten Therapieoptionen besteht ein hohes Maß an nicht rationalen Handlungsansätzen. Der Beitrag diskutiert daher sinnvolle Diagnostik und Therapiemaßnahmen.

Kernaussagen
  • Ursachen der atopischen Dermatitis sind ein genetisch bedingter Hautbarrieredefekt und eine Neigung zur immunologischen Fehlreaktion.

  • Umgebungsfaktoren (mechanisch, klimatisch, mikrobiell, irritativ, ggf. allergisch) beeinflussen dabei individuell, unterschiedlich stark und meist negativ die Immunreaktion und den Hautbarrieredefekt.

  • Diese verschiedenen Triggerfaktoren können zwar zusätzlich die Stärke und Schubhäufigkeit der Ekzeme beeinflussen, sind aber nicht ursächlich für die Erkrankung.

  • Basistherapeutische Maßnahmen dienen vor allem der dauerhaften Stabilisierung der Hautbarriere und der Prophylaxe neuer Ekzemschübe.

  • Hierbei sollte die gesamte Haut behandelt werden und diese Therapie besonders auch in symptomfreien Zeiten fortgesetzt werden.

  • Entzündliche Veränderungen der Haut verlangen grundsätzlich nach einer angepassten antientzündlichen Therapie (topische Kortikosteroide und/oder Kalzineurininhibitoren).

  • Eine proaktive Therapie, nach möglichst zügigem Erreichen eines ekzemfreien Befunds, reduziert die Schubhäufigkeiten gerade bei schwereren Verläufen.

  • Im Kindesalter ist eine topische Therapie für das Erreichen eines weitestgehend ekzemfreien Verlaufs in den allermeisten Fällen ausreichend.

  • Es gibt wissenschaftliche Hinweise dafür, dass eine sehr frühzeitige Hautbarrierereparatur einer Ekzementstehung und der Entwicklung von Allergien entgegenwirkt.