Psych Pflege 2019; 25(04): 160-161
DOI: 10.1055/a-0897-9169
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30 July 2019 (online)

Netzhautscans bei Schizophrenie

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(Symbolbild/Quelle: rimom_AdobeStock)

Universität Ulm

Schizophrenie und ihre Unterformen sind oft nur schwer von anderen Krankheiten abzugrenzen. Jetzt haben Forschende der Ulmer Universitätsmedizin Hinweise gefunden, dass eine Augenuntersuchung mittels Optischer Kohärenztomographie (OCT) die Diagnostik verbessern könnte. Hierbei handelt es sich um ein nichtinvasives und dreidimensionales Bildgebungsverfahren aus der Augenheilkunde, mit dem sich Dicke und Volumen der Netzhautschichten schnell, genau und nebenwirkungsfrei bestimmen lassen.

Bei 26 Ulmer Patienten mit einer Schizophrenie oder schizoaffektiven Störungen wurden die Netzhautscans durchgeführt und mit einer gesunden Kontrollgruppe verglichen. Die Ergebnisse sind eindeutig: Bei Schizophrenie-Patienten zeigt die Untersuchung eine stark reduzierte Dicke und ein geringeres Volumen fast aller gemessener Netzhautschichten. Im Vergleich zu gesunden Probanden erreichen die Unterschiede eine statistische Signifikanz für Makulavolumen und -dicke sowie für die retinale Nervenfaserschicht und die innere Körnerschicht. Dabei nimmt das Gesamtvolumen der Nervenfaserschicht mit längerer Krankheitsdauer ab.