Z Orthop Unfall 2020; 158(03): 353-363
DOI: 10.1055/a-0900-4533
CME-Fortbildung

Azetabulumfrakturen – Zugänge und Implantate im Wandel

Tina Histing
,
Steven C. Herath
,
Antonius Pizanis
,
Tim Pohlemann

Die operative Versorgung von Azetabulumfrakturen ist nach wie vor eine große Herausforderung. Der Ilioinguinale Zugang und der Kocher-Langenbeck-Zugang sind weiterhin die klassischen Zugänge und haben ihren Stellenwert nicht verloren. Andere Zugänge, wie der modifizierte Stoppa-Zugang oder der Pararectus-Zugang, werden immer häufiger angewandt.

Kernaussagen
  • Der ilioinguinale Zugang ist nach wie vor das „Arbeitspferd“ der Azetabulumchirurgie. Er bietet die größtmögliche Exposition zur Versorgung der vorderen Frakturmodifikationen und erlaubt gleichzeitig die Reposition des hinteren Pfeilers.

  • Anders als bei den ventralen Zugängen bleibt der Kocher-Langenbeck-Zugang der alleinige dorsale Standardzugang zum Azetabulum.

  • Der modifizierte Stoppa-Zugang und der Pararectus-Zugang erlauben insbesondere eine gute Visualisierung des kleinen Beckens, vor allem der quadrilateralen Fläche.

  • Standardimplantate für die Azetabulumchirurgie sind 3,5-mm-Rekonstruktionsplatten, die flexibel an die komplexe 3-dimensionale Struktur des Beckens angepasst werden können.

  • Innovationen hinsichtlich der Osteosyntheseimplantate für die Azetabulumchirurgie umfassen hauptsächlich Ansätze zur Abstützung der quadrilateralen Fläche.



Publication History

Publication Date:
17 June 2020 (online)

Georg Thieme Verlag KG
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