Aktuelle Kardiologie 2019; 8(04): 293-297
DOI: 10.1055/a-0938-3693
Kurzübersicht
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Neue Entwicklungen in der perkutanen koronaren Intervention

New Developments in Percutaneous Coronary Intervention
René Brütsch
1   Medizinische Klinik B, Klinikum Ludwigshafen
,
Ralf Zahn
2   Medizinische Klinik B, Herzzentrum Ludwigshafen
,
Uwe Zeymer
1   Medizinische Klinik B, Klinikum Ludwigshafen
3   Institut für Herzinfarktforschung, Klinikum Ludwigshafen
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Publication History

Publication Date:
15 August 2019 (online)

Zusammenfassung

Die perkutane koronare Intervention (PCI) wird in Deutschland bei über 350 000 Patienten pro Jahr durchgeführt. Die frühzeitige PCI hat zu einer Verbesserung der Prognose der akuten koronaren Syndrome, insbesondere denen mit ST-Strecken-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI), geführt und wird daher in den aktuellen internationalen und nationalen Leitlinien empfohlen. Neue Studien und die Leitlinien haben sich mit der Auswahl des Zugangswegs, der Identifikation hämodynamisch relevanter Stenosen mittels FFR und iFR und der optimalen Strategie der Revaskularisation bei koronarer Mehrgefäßerkrankung bei Patienten mit akutem Herzinfarkt befasst. Danach sollte in Abhängigkeit von der Erfahrung des Untersuchers der transradiale Zugang bevorzugt werden. Falls kein nicht invasiver Ischämienachweis vorliegt, sollte zur Beurteilung der hämodynamischen Relevanz mittelgradiger Stenosen bei stabiler KHK eine Druckdrahtmessung (FFR oder iFR) erfolgen. Beim STEMI ist bei Patienten mit Mehrgefäßerkrankung nach erfolgreicher PCI des Infarktgefäßes ein zweizeitiges Vorgehen, vorzugsweise mit zwischengeschalteter Ischämiediagnostik, die zu bevorzugende Strategie, sowohl bei hämodynamisch stabilen Patienten, aber insbesondere im kardiogenem Schock.

Abstract

Percutaneous coronary intervention (PCI) is performed in Germany in over 350 000 patients per year. Early PCI has led to an improvement in the prognosis of acute coronary syndromes, especially in patients with ST segment elevation myocardial infarction (STEMI) and is therefore recommended in current international and national guidelines. New studies and guidelines have focused on the choice of access route, the identification of hemodynamically relevant stenoses using FFR and iFR, and the optimal revascularization strategy in patients with multivessel disease in patients with acute myocardial infarction. Depending on the interventionalistʼs experience the radial access should be preferred in PCI. To assess the hemodynamic relevance of moderate-grade stenosis in stable coronary artery disease, a pressure-wire measurement should be used if no alternative proof of ischemia is available. In STEMI, patients with multivessel disease after successful PCI of the infarction lesion a staged PCI approach should be preferred both in haemodynamic stable patients, but especially in patients with cardiogenic shock.

Was ist wichtig?
  • Bevorzugung des transradialen Zugangswegs bei perkutaner Koronarintervention (PCI), allerdings in Abhängigkeit von der Erfahrung des Untersuchers.

  • Einsatz der Druckdrahtmessung bei mittelgradigen Stenosen ohne nicht invasiven Ischämienachweis.

  • Sofortige PCI nur der Infarktläsion bei ST-Strecken-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI) und Vorliegen einer koronaren Mehrgefäßerkrankung und zweizeitige PCI der übrigen Stenosen sowohl bei hämodynamisch stabilen Patienten als auch im kardiogenen Schock.