Notaufnahme up2date 2020; 2(01): 23-34
DOI: 10.1055/a-0958-1084
Kopf und Hals
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Schwindel in der Notaufnahme: Was nun?

Veronika Scheuer
,
Christian Neubert
,
Bernhard Schick

Subject Editor: Wissenschaftlich verantwortlich gemäß Zertifizierungsbestimmungen für diesen Beitrag ist Dr. med. Veronika Scheuer, Homburg.
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Publication Date:
14 January 2020 (online)

Die Einordnung des Symptoms „akuter Schwindel“ stellt eine interdisziplinäre Herausforderung dar. Hier soll fächerübergreifend dem in der zentralen Notaufnahme tätigen Arzt eine Orientierungshilfe zur Einordnung des Symptoms aus Hals-Nasen-Ohren-ärztlicher Sicht gegeben werden. Insbesondere die Abgrenzung einer peripher-vestibulären Störung gegenüber einer potenziell lebensbedrohlichen zentralen Störung stellt ein zentrales Element des Beitrags dar.

Kernaussagen
  • Präzise Anamnese als Schlüssel zur Diagnose akuter Schwindelsyndrome.

  • Es gilt: Peripher-vestibulärer Schwindel ist unangenehm, zentraler Schwindel potenziell tödlich.

  • Häufigste peripher-vestibuläre Krankheitsbilder sind BPLS, Neuropathia vestibularis und Morbus Menière.

  • Charakteristische Anamnese und Klinik führen zur Diagnose des BPLS. Behandlung z. B. mittels Epley-Manöver noch in der Notaufnahme.

  • Anhaltender Drehschwindel mit vegetativer Begleitsymptomatik und ohne otologische Symptome (Hörminderung, Tinnitus) spricht für eine Neuropathia vestibularis. Weiterbehandlung in der HNO-Klinik.

  • Keine Diagnose einer Neuropathia vestibularis bei regelgerechtem vestibulookulärem Reflex. Prüfung des vestibulookulären Reflexes bei jedem Patienten mit Schwindel.

  • Klassische Menière-Trias: akute Hörstörung mit Tinnitus und Drehschwindelattacken für die Dauer von 20 Minuten bis 12 Stunden.

  • Bei untypischer Symptomatik oder Unsicherheiten beim Untersucher in jedem Fall neurologische Vorstellung.