Die Wirbelsäule 2020; 04(03): 152
DOI: 10.1055/a-0968-7665
Editorial

Konservative Therapie von WS-Erkrankungen

Michael Rauschmann
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Prof. Dr. med. Michael Rauschmann

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

erstmals in der jungen Historie unserer Zeitschrift beschäftigt sich das Leitthema ausschließlich mit der konservativen Therapie von WS-Erkrankungen. Der Kommission konservative WS-Therapie ist es zu verdanken, dass dieses Thema von unterschiedlichsten Blickwinkeln dargestellt wird. Steht die konservative Therapie stets in der Kritik vor allem derer, die sich streng an „evidence-based medicine“-Ergebnissen orientieren und hiermit Ihre Therapiealgorithmen aufbauen, kann festgestellt werden, dass vor allem im niedergelassenen Bereich und in speziellen stationären Einrichtungen, die konservative Therapie einen weiterhin sehr hohen Stellenwert hat und vor allem von den Patienten geschätzt und vorrangig gewünscht wird, sofern es um degenerative WS-Erkrankungen geht. Darüber hinaus liefert der Umgang mit den konservativen Techniken, hier sei vor allem auf die manuelle Therapie, wie auch auf die interventionellen Techniken verwiesen, einen großen Beitrag zur Beurteilung und Differentialdiagnostik der Symptome am Stammskelett.

Dieses Leitthema soll dem interessierten Leser aufzeigen, was derzeit an Evidenz im konservativen Bereich vorhanden ist und wie sich die multimodalen Therapiekonzepte idealerweise zusammensetzen, wie sie interagieren und welches Patientenklientel für welche konservative Therapiemethode in Frage kommt. So wird von Herrn Casser und mir, der „Dauerbrenner“ akuter Rückenschmerz bezüglich der Diagnostik und Therapie unter Berücksichtigung unserer Leitlinien dargestellt, Herr Marnitz gibt einen Einblick in die Komplexität der multimodalen Schmerztherapie und die Autorengruppen um Herrn Wiechert und Herrn Spiegl beschreiben den Stellenwert der interventionellen Techniken, der Indikationen und Kontraindikationen bis hin zu therapeutischen Maßnahmen, wie der HF-Denervation, bzw. den Stellenwert der Orthetik bei verschiedenen Krankheitsbildern am Stammskelett.

Der CME-Artikel beschäftigt sich in dieser Ausgabe, passend zu dem Leitthema, mit der Diagnostik und medikamentösen Therapie der Osteoporose.

Damit die operative Zunft nicht zu kurz kommt, findet sich noch eine schöne und sehr gut aufgearbeitete Kasuistik zur Atlasfraktur und deren Differentialtherapien. Wie in jeder Ausgabe, wurden für Sie, vom Jungen Forum, wieder interessante internationale Publikationen aufbereitet und interpretiert.

Die Herausgeberschaft hofft, dass Sie mit dieser Ausgabe wieder Wissen und neue Informationen in den Leserkreis hineintragen kann und dass Sie als Konsumenten die Artikel mit Interesse lesen werden.

Schlussendlich bleibt mir als verantwortlicher Schriftleiter dieser Ausgabe, den Kolleginnen und Kollegen zu danken, die wieder in hervorragender Weise zum Gelingen beigetragen haben.

Ich wünsche Ihnen allen nun, dass die derzeitige Pandemie, Sie nicht zu sehr belastet und dass Sie gesund durch diese schwierige Phase kommen. Hoffen wir gemeinsam, dass sich das Blatt wendet und wir uns auf der DWG-Jahrestagung in Berlin „in alter Frische“ wiedersehen werden.

Ihr
Michael Rauschmann



Publication History

Article published online:
13 August 2020

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