PSYCH up2date 2020; 14(02): 171-186
DOI: 10.1055/a-0995-8420
Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Psychotherapie der ADHS im Erwachsenenalter

Alexandra Philipsen
,
Helena Rosen

Subject Editor: Wissenschaftlich verantwortlich gemäß Zertifizierungsbestimmungen für diesen Beitrag ist Prof. Dr. med. Alexandra Philipsen, Bonn.
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Publication Date:
09 March 2020 (online)

In den letzten Jahren gelangte die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) auch bei Patienten im Erwachsenenalter zunehmend in den Fokus der Aufmerksamkeit. Im Sinne einer multimodalen Behandlung wurden neben einer evidenzbasierten psychopharmakologischen Therapie auch vermehrt verschiedene psychotherapeutische Therapiekonzepte entwickelt, deren Wirksamkeit in Studien untersucht wurde.

Kernaussagen
  • Die Symptome einer ADHS persistieren bei 50–80 % der Betroffenen zumindest teilweise bis ins Erwachsenenalter.

  • Die Kernsymptomatik der ADHS unterliegt einem entwicklungsbedingten Wandel.

  • Zu den häufigsten psychiatrischen Komorbiditäten zählen Depressionen, Suchterkrankungen, Angst- und Persönlichkeitsstörungen.

  • Bei mittelschwerer und besonders bei schwerer Symptomausprägung stellt eine medikamentöse Behandlung die Therapie der ersten Wahl dar.

  • Im Erwachsenenalter stehen häufig sekundäre psychosoziale Schwierigkeiten im Vordergrund.

  • Trotz einer adäquaten medikamentösen Behandlung der ADHS bestehen häufig noch relevante funktionelle Einschränkungen.

  • Die aktuellen Leitlinien empfehlen eine multimodale Therapie bestehend aus medikamentöser und psychosozialer Behandlung.

  • Eine ausführliche Psychoedukation stellt die Grundlage einer jeden Behandlung dar.

  • Anhand verschiedener Studien konnte die Wirksamkeit psychotherapeutischer Verfahren nachgewiesen werden. Dabei sind kognitiv-behaviorale Therapieprogramme bisher am besten evaluiert.