ZUSAMMENFASSUNG
Hintergrund: Patienten mit einer Alzheimer-Erkrankung zeigen Beeinträchtigungen kognitiver Prozesse
einschließlich der Verarbeitung musikalischer Reize. Wir haben untersucht, ob der
Rückgang der musikalischen Verarbeitung schon im Stadium der mild cognitive impairment
(MCI) beginnt.
Methodik: Wir haben 18 Patienten mit MCI und ohne eine andere neurologische oder psychiatrische
Erkrankung eingeschlossen. Es wurde ein selbst entwickelter Musikalitätstest angewendet,
der folgende Fähigkeiten misst: Identifikation von Melodien; Tonhöhenerkennung; Rhythmuserkennung;
emotionaler Ausdruck der Musik. Zusätzlich haben wir Marker einer dementiellen Entwicklung
im Liquor bestimmt. Wir haben die Ergebnisse der Patienten verglichen mit den Ergebnissen
einer nach Alter und Geschlecht parallelisierten gesunden Vergleichsgruppe. Alle Patienten
und Kontrollen hatten keine spezifische musikalische Ausbildung.
Ergebnisse: Patienten mit MCI zeigten signifikant niedrigere Ergebnisse beim Rhythmus, Metrum
und emotionalen Subtests und im gesamten Test-Score. Der Gesamt-Score war invers korreliert
mit dem Level von Gesamt-Tau im Liquor.
Diskussion: Unsere Daten deuten darauf hin, dass einige Domänen der Musikalität bei Patienten
mit MCI signifikant beeinträchtigt sind. Dies bedeutet jedoch nicht notwendigerweise,
dass die Produktion von und die Freude an Musik beeinträchtigt sind. Dennoch sollte
die Beeinträchtigung von Teilen der Musikalität beim Einsatz von Musiktherapie bei
diesen Patienten berücksichtigt werden.
ABSTRACT
Background: Patients with Alzheimer’s disease show impairment of cognitive processing including
processing of musical stimuli. We aimed to evaluate whether the decline of musical
processing already commences in patients with mild cognitive impairment (MCI).
Methods: We enrolled 18 patients with MCI and without any other neurological or psychiatric
disorder. We applied a self developed test of musical ability which evaluates the
ability to identify melodies, pitch, rhythm, and emotional content of music. In addition,
markers of dementia were measured in the cerebrospinal fluid. We compared the results
of the patients to the results of age and sex matched healthy control subjects. All
patients and subjects were without specific musical training.
Results: Patients with MCI showed a significantly lower score in the rhythm, metrum, and emotion
subtests and in the total test. The total test score was inversely correlated with
the level of total tau in the cerebrospinal fluid.
Conclusions: Our data suggest that some domains of musical ability are significantly impaired
in patients with MCI. This does not necessarily mean that producing, enjoying, or
listening to music is affected. However, it should be noted in the music therapy setting
that processing of musical stimuli can be reduced in these patients.
Schlüsselwörter
Musikalität - leichte kognitive Dysfunktion - Alzheimer-Erkrankung
Keywords
Musical ability - mild cognitive impairment - Alzheimer’s disease