Dialyse aktuell 2020; 24(01): 33-37
DOI: 10.1055/a-1018-3024
Schwerpunkt
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Volumenstatus bei Dialysepatienten

Einschätzung und Bedeutung von Überwässerung in der Praxis
Anja Schork
1  Medizinische Klinik IV, Sektion Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Universitätsklinikum Tübingen
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Publication Date:
11 February 2020 (online)

ZUSAMMENFASSUNG

Das Volumenmanagement mit Erreichen des Trockengewichts verbessert bei Dialysepatienten die Blutdruckeinstellung und die Herz-Kreislauf bedingte Sterblichkeit, bleibt jedoch eine Herausforderung in der Behandlung von Dialysepatienten. Überwässerung entsteht als vermehrte Wasseransammlung v. a. im interstitiellen Kompartiment und zeigt sich klinisch ab einer gewissen Menge (ca. 3 Litern) als Ödem. Zur Beurteilung des Volumenstatus sind nach wie vor die klinische Untersuchung und der Kontext zur aktuellen klinischen Situation ausschlaggebend. Laborchemisch kann erhöhtes NT-pro-BNP im Plasma eine Überwässerung anzeigen, ist gut zur Verlaufsbeurteilung geeignet und hat eine prognostische Bedeutung. Der Ultraschall kann insbesondere den intravasalen Volumenstatus, aber auch eine pulmonale Überwässerung einschätzen. Die Bioimpedanz-Spektroskopie liefert untersucherunabhängig einen litergenauen Wert der Überwässerung und ergänzt zusätzlich Informationen über die Fett- und Muskelmasse des Körpers. Insgesamt bleibt die Einschätzung des Wasserhaushalts ein Mosaik, das sich aus der Gesamtansicht aller Befunde ergibt.