Z Orthop Unfall 2019; 157(06): 622-625
DOI: 10.1055/a-1020-7736
Berichte aus den Sektionen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

OP-Simulationen, 3-D-Druck und Virtual Reality in der chirurgischen Weiterbildung

Benjamin Lucas
1  Universitätsklinik für Unfallchirurgie, Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
,
Simon Weidert
2  Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Klinikum der Universität München
,
Matthias Krause
3  Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
,
Markus Rickert
4  Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Gießen
,
Felix Walcher
1  Universitätsklinik für Unfallchirurgie, Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
,
Stephan Reppenhagen
5  Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus, Lehrstuhl für Orthopädie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
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Publication History

Publication Date:
03 December 2019 (online)

Die chirurgische Weiterbildung basiert seit über 150 Jahren nahezu unverändert auf dem Konzept des „Lehrberufes“. Wie alle praktischen Tätigkeiten haben auch chirurgische Fertigkeiten eine individuelle Lernkurve. Es bedarf eines engagierten und fachlich gut angeleiteten Trainings, um Sicherheit und Effektivität zu erlangen [1]. Die sich verändernden Rahmenbedingungen des ärztlichen Berufes wirken sich jedoch immer mehr auch auf die Weiterbildung in chirurgischen Fächern aus. Die zunehmende Bürokratisierung und die drastische Steigerung von patientenfernen Tätigkeiten, steigende Fallzahlen sowie zunehmende Subspezialisierung erschweren die praktische Weiterbildung in ihrer bisherigen Form. Zusätzlich machen es die Ökonomisierung der Kliniken und die Durchsetzung von Arbeitsschutzgesetzen (z. B. die Reduktion der über Dekaden üblichen Anzahl an unbezahlten Überstunden) erforderlich, die chirurgische Weiterbildung umzustrukturieren und alternative Konzepte zu entwickeln, die auch außerhalb des Operationssaals funktionieren [2], [3]. Die effektive Ausbildungszeit im OP wird in der Universitätsmedizin durch die meist zeitaufwendige Forschung und die im klinischen Alltag größtenteils von Assistenz- und Fachärzten abgedeckte studentische Lehre zusätzlich reduziert [4].