PSYCH up2date 2021; 15(02): 91-98
DOI: 10.1055/a-1045-9009
SOP / Arbeitsablauf

SOP Liquordiagnostik in der Psychiatrie

Detlef Wietelmann

Die lumbale Liquorpunktion ist mit Standardlabor, zerebraler Bildgebung (CCT, MRT) und EEG das wichtigste Verfahren zur Abklärung organischer Ursachen psychiatrischer Störungsbilder. Sie ermöglicht Aussagen über entzündliche und degenerative ZNS-Prozesse und den Liquordruck [1]. Eine von erfahrenen Ärzten durchgeführte LP gilt als verträglich, hat eine niedrige Komplikationsrate und bei angemessener Fragestellung eine hohe Aussagekraft [2].

Kernaussagen
  • Die Liquoruntersuchung ist in der Psychiatrie ein wichtiger Baustein zum Ausschluss organischer Ursachen und zur Identifikation von neurodegenerativen und behandelbaren sekundären Demenzen.

  • Klinikintern ist die Standardisierung der Lumbalpunktion notwendig, damit die Aussagekraft optimiert und die Komplikationsrate minimiert wird.

  • Eine LP bei erhöhter Blutungsneigung muss interdisziplinär abgestimmt werden.

  • Die Verwendung einer scharfen LP-Nadel wird für die Abklärung eines Normaldruckhydrozephalus empfohlen.

  • Bei akkurater Vorbereitung und Expertise wird die Lumbalpunktion gut toleriert und gilt als nebenwirkungsarm.



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Publication Date:
10 March 2021 (online)

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