Frauenheilkunde up2date 2020; 14(06): 579-595
DOI: 10.1055/a-1065-8028
Allgemeine Gynäkologie

Uterus myomatosus – Diagnostik und Therapie insbesondere bei Kinderwunsch

Felix Neis
,
Christoph Oettling
,
Katrin Neis

Unter den bei Frauen im gebärfähigen Alter mit Inzidenzen von 20 – 30% relativ häufigen Myomen können vor allem die submukösen und intramuralen Subtypen die Fertilität beeinträchtigen. Bei Kinderwunsch bestehen jedoch einige Therapieverfahren, die vor einer angestrebten Konzeption angewandt werden können und gute und erfolgreiche Schwangerschaftsverläufe erlauben.

Kernaussagen
  • Myome sind gutartige hormonsensible Tumoren der glatten Muskulatur des Uterus, die bei den meisten Patientinnen keine Symptome hervorrufen.

  • Insbesondere submuköse und intramurale Myome, welche die Form des Kavums verändern, können die Fertilität negativ beeinflussen.

  • Der Goldstandard zur Diagnostik ist die bimanuelle Untersuchung mit transvaginalem Ultraschall.

  • Einer spezifischen Therapie sollten nur Frauen mit Beschwerden oder den Kinderwunsch negativ beeinflussenden Myomen zugeführt werden. Der Goldstandard ist hierfür immer noch die operative Entfernung der ursächlichen Myome per Hysteroskopie und/oder Laparoskopie. Nur in seltenen, ausgedehnten Fällen ist die offen-chirurgische Entfernung notwendig.

  • Erfolgversprechende operative und interventionelle Therapieoptionen stehen ebenfalls zur Verfügung. Diese sind bisher jedoch noch nicht ausreichend bezüglich ihres Nutzens und des Einflusses auf eine Schwangerschaft untersucht. Sie können im Individualfall aber eine sehr gute Behandlungsoption darstellen.

  • Die Aufgabe des untersuchenden und beratenden Arztes ist es, die für die jeweilige Patientin passende Therapie herauszuarbeiten.



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Publication Date:
07 December 2020 (online)

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