Klinikarzt 2020; 49(03): 49-50
DOI: 10.1055/a-1069-4359
Editorial
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Zehn Jahre Charta, schließen Sie sich uns an …

Winfried Hardinghaus
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Publication Date:
16 March 2020 (online)

Die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ setzt sich für eine gemeinsame Weiterentwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung ein, damit schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen in dieser letzten Lebensphase gut und umfassend versorgt werden.

Träger der Charta sind die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) und die Bundesärztekammer (BÄK).

Die 5 Leitsätze der Charta umfassen die:

  1. Gesellschaftspolitischen Herausforderungen – Ethik, Recht und öffentliche Kommunikation,

  2. Bedürfnisse der Betroffenen – Anforderungen an die Versorgungsstrukturen,

  3. Anforderungen an die Aus-, Weiter- und Fortbildung,

  4. Entwicklungsperspektiven und Forschung sowie

  5. die europäische und internationale Dimension.

Träger der Charta sind die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) und die Bundesärztekammer (BÄK).

Im September 2008 begann die Entwicklung der Charta als ein breit angelegter Konsensus-Prozess. An ihm wirkten neben zahlreichen Expertinnen und Experten über 50 Organisationen und Institutionen aus Gesellschaft und Gesundheitssystem mit. Im September 2010, nach nur 2 Jahren, wurde die Charta mit ihren 5 Leitsätzen im Konsens verabschiedet und der Öffentlichkeit vorgestellt (Charta-Phase I). In der sich anschließenden Phase II der Charta (2011–2013) ging es darum, sie in der Öffentlichkeit zu verbreiten, ihre Umsetzung in Form von Charta-Projekten voranzubringen und sie in einem nächsten Schritt in eine Nationale Strategie zu überführen. In der Charta-Phase III (von 2013–2016) war es das Ziel, die in der Charta formulierten Leitsätze so umzusetzen, dass jeder Betroffene unabhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung, der persönlichen Lebenssituation oder des Versorgungsortes eine qualitativ hochwertige palliative und hospizliche Behandlung und Begleitung erhält.

Im Oktober 2016 wurden die konsentierten „Handlungsempfehlungen im Rahmen einer Nationalen Strategie“ von mehr als 50 Organisationen, die wesentliche Entscheidungsträger im Gesundheitswesen repräsentieren, im Beisein vom Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe verabschiedet. Die Handlungsempfehlungen, deren Umsetzung in einer Nationalen Strategie angestrebt wird, beruhen auf 3 grundsätzlichen Zielen:

  1. einer in ganz Deutschland bedarfsgerechten, für alle Betroffenen zugänglichen Hospiz- und Palliativversorgung mit hoher Qualität,

  2. einer in ganz Deutschland gesicherten Finanzierung einer qualitativ hochwertigen Hospiz- und Palliativversorgung in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, anderen Wohnformen sowie in der häuslichen Umgebung und

  3. einer auf wissenschaftlicher Grundlage und Qualitätssicherung beruhenden Hospiz- und Palliativversorgung zum Wohle der Betroffenen.

Das Projekt „Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland“, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, setzt sich zum Ziel, die verbindliche und nachhaltige Umsetzung der Charta und ihrer Handlungsempfehlungen im Rahmen einer Nationalen Strategie voranzutreiben und zu unterstützen.

Für die schwerstkranken und sterbenden Menschen, ihre Familien und ihnen Nahestehende ist entscheidend, die Charta in die Öffentlichkeit zu tragen, zu verbreiten und den Dialog über ihre Inhalte und Ziele zu fördern sowie die für Umsetzung der Charta-Leitsätze einzutreten.

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Zum jetzigen Zeitpunkt haben rund 2270 Organisationen und Institutionen sowie 26 900 Einzelpersonen gezeichnet. Machen Sie mit! Wie, das können Sie über die Homepage www.charta-zur-betreuung-sterbender.de erfahren.

Ein geeigneter Zeitpunkt die Charta und deren Umsetzung im Rahmen einer Nationalen Strategie mit Blick auf Visionen für die Zukunft zu reflektieren, ist das nun anstehende 10-jährige Jubiläum der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland. Deswegen möchte ich Sie – gleichzeitig als Vorsitzender des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands – ebenso einladen, diese Gelegenheit zu nutzen und Ihre Initiativen, wie z. B. Veranstaltungen, Aktionen, Veröffentlichungen mit diesem Jubiläum zu verbinden. Hierfür können Sie das Jubiläumslogo nutzen und sich von Ideensammlung zu Veranstaltungsprogrammen und -formaten – zusammengetragen von der Koordinierungsstelle – inspirieren lassen. Wenn Sie eine Veranstaltung im Rahmen des Charta-Jubiläums planen, freue ich mich, wenn Sie das 10-jährige Jubiläum der Charta nutzen, um auf sich und auf die Charta aufmerksam zu machen. Die Koordinierungsstelle unterstützt Sie dabei, auf Ihre Veranstaltung zum Charta-Jubiläum hinzuweisen. Kontakt: www.koordinierung-hospiz-palliativ.de/10-jahre-charta.html.