Neonatologie Scan 2020; 09(04): 241-242
DOI: 10.1055/a-1078-4169
Editorial

Neonatologie geht nur gemeinsam

Axel Hübler
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Roland Hentschel
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Axel Hübler
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Roland Hentschel

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

hinter uns liegen aufgrund der Corona-Pandemie Monate, die alle in ganz besonderer Weise gefordert haben. Einige von Ihnen werden möglicherweise persönlich vom Infektionsgeschehen betroffen gewesen sein, und wir alle in unseren jeweiligen beruflichen Einsatzgebieten. Mit einer gewissen Erleichterung haben wir zur Kenntnis genommen, dass die uns anvertrauten kleinen und kleinsten neonatologischen Patienten nicht häufig und in der Regel nicht schwer von COVID-19 betroffen zu sein scheinen. Dies kann jedoch nicht beruhigen, da sowohl die Eltern unserer Patienten als auch alle professionellen Bezugspersonen dem gleichen hohen Risiko einer Infektion ausgesetzt sind wie der Rest der Bevölkerung. Wir müssen uns also jeden Tag neu an die umfassende hygienische Sorgfalt im Umgang miteinander erinnern, um unsere Kliniken weiterhin für alle offen halten zu können, die Hilfe bedürfen. Verwiesen sei an dieser Stelle auf die im Aktuell-Teil unter der Rubrik „Infektionen“ zusammengefassten Arbeiten von Griffin et al. 2020, Harriel et al. 2020 sowie Salvatore et al. 2020 zu COVID-19.

In der nun seit längerem angespannten Situation sind wir als Herausgeber außerordentlich dankbar, dass unverändert Fachkolleginnen und Fachkollegen trotz der vielfältigen Zusatzbelastungen die Neonatologie Scan mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen mitgestalten. In der Rubrik Diskussion bewerten diesmal Jens Möller und Christoph Härtel für Sie eine Arbeit von Poryo et al. zum Einfluss der Wachstumsretardierung auf Morbidität und Mortalität extrem kleiner Frühgeborener, Claudia Roll und Matthias Heckmann eine Verlaufsuntersuchung zu Therapieansätzen bei posthämorrhagischer Ventrikeldilatation, Hans-Jörg Bittrich eine Analyse zur praktischen Ausbildung von Assistenzärzten bei der Versorgung Frühgeborener sowie Ulrich H. Thome und Benjamin Ackermann eine Studie zum pulmonalen Recruitment vor Surfactantgabe.

Bei der Auswahl der Publikationen für den Aktuell-Teil sind wir jedes Mal wieder freudig überrascht über das Spektrum und die Dynamik des Wissensgewinns in unserem Fachgebiet. Vielleicht ist nicht jede Arbeit von gleich hohem Interesse für alle, aber wir denken, dass jeder von uns aus einer Anzahl der kürzlich veröffentlichten Studien Anregungen für seine eigene klinische Tätigkeit finden kann.

In der Rubrik Fortbildung hat sich das Team um Milena Grundel von der Universitätsmedizin Greifswald der „Therapie der Frühgeborenen-Retinopathie“ gewidmet, welche in den letzten Jahren zugunsten des Einsatzes von VEGF-Inhibitoren einen erheblichen Wandel durchlaufen hat. Anke Schumann vom Universitätsklinikum Freiburg fasst „Die wichtigsten Hinweise auf metabolische Störungen im Neugeborenenalter“ zusammen, deren erster Teil „Hyperammonämie“ im aktuellen Heft auf Sie wartet.

Nun bleibt uns im fast verstrichenen Jahr 2020 noch, Ihnen für Ihre treue Leserschaft und allen an der Neonatologie Scan beteiligten Kolleginnen und Kollegen für ihren exzellenten Einsatz und ihre wunderbaren Beiträge zu danken!

Wir wünschen Ihnen ein schönes Weihnachtsfest sowie Gesundheit und Zuversicht für das kommende Jahr 2021,

Ihre Herausgeber

PD Dr. med. Axel Hübler
Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Klinikum Chemnitz gGmbH

Prof. Dr. med. Roland Hentschel
Leiter des Funktionsbereichs Neonatologie/Intensivmedizin
Universitätsklinikum Freiburg



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Publication Date:
23 November 2020 (online)

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