Handchirurgie Scan 2020; 09(04): 287-299
DOI: 10.1055/a-1084-3537
CME-Fortbildung

Die arthroskopische Synovialektomie des Handgelenks bei Rheumatoider Arthritis

Nicola Borisch

Aufgrund der hochwirksamen Pharmakotherapie hat sich das klinische Erscheinungsbild des rheumatischen Handgelenks wesentlich verändert und mit ihm die chirurgische Therapie. Diese Arbeit befasst sich mit der veränderten Ausgangssituation der Rheumatoiden Arthritis (RA), mit dem veränderten klinischen Erscheinungsbild, der Diagnostik und Indikationsstellung und der speziellen OP-Technik der arthroskopischen Handgelenksynovialektomie sowie der erforderlichen Nachbehandlung.

Kernaussagen
  • Die arthroskopische Synovialektomie des Handgelenks hat sich als effektives Verfahren neben der offenen Vorgehensweise etabliert. Sie führt zur Schmerzreduktion und damit Funktionsverbesserung der Hand. Daher ist die Patientenzufriedenheit hoch.

  • Die Indikation ist gegeben bei einer trotz effektiver Basismedikation persistierenden Synovialitis des Handgelenks oder bei einer Monarthritis, bei der keine Basismedikation indiziert ist.

  • Der Nachweis der Synovialitis erfolgt mittels Ultraschall oder MRT.

  • Wenn zusätzlich eine Synovialitis der Strecksehnen, Strecksehnenrupturen oder eine manifeste radiokarpale oder DRUG-Instabilität vorliegen, sollte offen vorgegangen werden, um diese Pathologien mitbehandeln zu können.

  • Die Ergebnisse sind sowohl im radiologischen Frühstadium (Larsen I und II) als auch bei bereits eingetretenen postarthritischen Veränderungen (Larsen III) gut. Allerdings scheinen die Ergebnisse im Frühstadium am besten zu sein.

  • Die arthroskopische Synovialektomie kann zur weiteren Verbesserung der Radikalität durch eine RSO ergänzt werden.

  • Das arthroskopische Vorgehen kann auch mit einzelnen offenen Maßnahmen kombiniert werden wie z. B. der Synovialektomie des 6. Strecksehnenfachs.

  • Die arthroskopische Handgelenksynovialektomie beeinträchtigt die Handgelenkbeweglichkeit im Gegensatz zur offenen Handgelenksynovialektomie nicht oder nur in geringem Ausmaß.

  • Die Synovialektomie kann – offen oder arthroskopisch ausgeführt – langfristig ein Fortschreiten der radiologischen Veränderungen nicht verhindern. Somit können im Krankheitsverlauf weitere Eingriffe am Handgelenk erforderlich werden. Die Patienten sollten daher regelmäßig nachuntersucht werden. Dies gilt grundsätzlich für operativ behandelte Patienten mit RA.



Publication History

Publication Date:
02 December 2020 (online)

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