Pneumologie 2020; 74(09): 555-558
DOI: 10.1055/a-1088-0652
Pneumo-Fokus
Sektion 2

Endoskopie

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der Sektion 2,

wir haben herausfordernde Zeiten hinter uns und wir können aktuell nicht davon ausgehen, dass sie schon vorbei sind, auch wenn sich die Zahl der an COVID-19 Erkrankten in unseren Kliniken inzwischen deutlich reduziert hat. Als Konsequenz der Corona-Krise ist der DGP-Jahreskongress im März ausgefallen und damit auch unsere Sektionssitzung. Um Sie trotzdem auf dem Laufenden zu halten, erfolgt der Sektionsbericht hiermit in schriftlicher Form.

Die SARS-CoV-2-Pandemie ist unstrittig das herausfordernde Ereignis der letzten Monate gewesen. Umso wichtiger war es, sehr zeitnah eine Abstimmung zu finden, unter welchen Bedingungen Bronchoskopien mit der höchstmöglichen Sicherheit für Patienten und Endoskopieteam durchzuführen sind. Bereits im April erfolgte diese Abstimmung innerhalb der Sektion in Form einer Empfehlung, die von vielen nationalen und internationalen Zentren und vom RKI übernommen wurde.

Eine zunehmende und wichtige Aufgabe der Sektion ist die Zusammenarbeit mit den gesundheitspolitischen Entscheidungsorganen wie G-BA, INEK, IQWIG und DIMDI. Wir haben hier eine Übersicht der Aktivitäten der letzten Monate aufgelistet:

  • Nach der Aufnahme der bronchoskopischen Lungenvolumenreduktion mit Ventilen/Coils in den Leistungskatalog Anfang 2019 (nochmal Dank an die Kollegen Prof. R. Eberhardt und Prof. M. Hetzel) erfolgte nach Stellungnahmen und Diskussionen Anfang 2020 der Beschluss des GBA über die Richtlinie für Maßnahmen zur Qualitätssicherung für Verfahren der bronchoskopischen Lungenvolumenreduktion und somit ein klarer Handlungsrahmen, der notwendig ist, um diese Methoden qualitätsorientiert durchzuführen und auch vergütet zu bekommen.

  • Parallel wurde, federführend durch Dr. W. Gesierich, ein interdisziplinäres Positionspapier erarbeitet und in der Pneumologie veröffentlicht, welches die Strukturqualität von Emphysemzentren festlegt und auch die chirurgische LVR einschließt. Eine übersetzte Publikation in einem internationalen Journal ist in Vorbereitung.

  • Die Einstellung der Methodenbewertung der bronchoskopischen Lungenvolumenreduktion mittels Thermoablation (BTVA) durch den GBA konnte verhindert werden, eine weitere Erprobung wird angestrebt.

  • G-BA-Beschluss der Maßnahmen zur Qualitätssicherung für das Verfahren der gezielten Lungendenervierung (wir wissen zwar noch nicht, ob das Verfahren zugelassen wird, aber falls es zugelassen wird, wissen wir zumindest schon einmal, welche Strukturkriterien einzuhalten sind).

  • Erweiterung der OPS-Codes zur Ventilimplantation auf bis zu 8 Ventile durch das DIMDI.

  • Weitere Stellungnahmen zur Navigationsbronchoskopie für das DIMDI und zur bronchialen Rheoplastie für den GBA.

Durch diese und weitere politische und wissenschaftliche Maßnahmen ist die Evidenz und auch Vergütungssituation für die Verfahren der endoskopischen Lungenvolumenreduktion verbessert worden. Es ist somit folgerichtig, dass auf Initiative von Priv.-Doz. Dr. R.-H. Hübner und Dr. C. Grah aus Berlin ein Emphysemregister gegründet wurde, welches zum Ziel hat, deutschlandweit möglichst viele Eingriffe zu erfassen und auszuwerten. Neben den nun etablierten interventionellen Methoden für Patienten mit fortgeschrittenem Lungenemphysem sind mehrere Verfahren für Patienten mit weniger schwerer, aber symptomatischer COPD in Entwicklung, unter denen für die gezielte Lungendenervation inzwischen die meisten Daten vorliegen. Die prospektive AIRFLOW-2-Studie, an der auch mehrere deutsche Zentren teilnahmen, konnte zeigen, dass durch diese endoskopische Intervention die Anzahl der stationär behandlungspflichtigen Exazerbationen signifikant reduziert werden konnte.

Weitere bedeutende Aktivitäten der Sektion umfassen die Ausbildung von Kollegen in der flexiblen Bronchoskopie wie in der Durchführung interventioneller Eingriffe. Neben der Ausbildung im Alltag sind hier die diversen deutschlandweiten Kurse und hier besonders der Workshop für thorakale Endoskopie (Januar 2020 in Heidelberg) zu nennen. Eine Einladung zu der im Rahmen des Kurses durchgeführten Sektionssitzung werden wir rechtzeitig versenden. Darüber hinaus sind die jährlichen Thorakoskopie-Kurse und die Kurse zur klinischen Zytologie (jeweils Dr. R. Heine, Halle a. S.) sowie der recht neue Kurs zur Thoraxsonografie (Dr. S. Eisenmann, Halle a. S.) zu erwähnen. Die Kurstermine sind der Fort- und Weiterbildungsseite der DGP zu entnehmen.

In der Hoffnung auf einen möglichst als Präsenzveranstaltung ausgerichteten Kongress 2021 verbleiben wir Ihre Sektionssprecher.

Mit freundlichen Grüßen
PD Dr. Kaid Darwiche,
PD. Dr. Jürgen Hetzel



Publication History

Article published online:
11 September 2020

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