Zeitschrift für Palliativmedizin 2020; 21(02): 57-59
DOI: 10.1055/a-1098-7033
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Musiktherapie in der Palliativmedizin

Gustav von Blanckenburg
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Publication Date:
28 February 2020 (online)

Seit etwas über einem Jahr gibt es in der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin die Sektion Künstlerische Therapien, die innerhalb der Palliativmedizin für ein größeres Verständnis und eine bessere Verankerung ihrer therapeutischen Disziplinen sorgen möchte. Höchste Zeit also, dass sich mit der Musiktherapie eine dieser Fachrichtungen hier in der Zeitschrift detaillierter vorstellt.

Ich treffe Frau B., eine 80-jährige Patientin mit metastasiertem Adenokarzinom des gastrointestinalen Übergangs, im Rahmen meiner Tätigkeit im Palliativdienst der Universitätsklinik im Vier-Bett-Zimmer der Strahlentherapie an. Sie ist offen für die Musiktherapie und probiert neugierig die von mir angebotenen Instrumente aus, es kommt zu zwei gemeinsamen Improvisationen an Monochord und Sansula, zwei atmosphärischen Instrumenten. Frau B. wirkt dabei vertieft und lächelt. Im Anschluss äußert eine Zimmernachbarin, dass sie Frau B. das erste Mal lächeln sehe. Daraus ergibt sich ein Gespräch, in dem sie Sehnsüchte nach Zuhause und nach ihrem Hund äußert und dabei auch ihre Zimmernachbarin involviert. Auf den Wunsch hin, sich nun mit positiveren Dingen zu beschäftigen, werden gemeinsam in ausgelassener Stimmung Volkslieder gesungen, Frau B. berichtet dazwischen von Erinnerungen und Assoziationen zu diesen Liedern.