Fortschr Neurol Psychiatr 2020; 88(11): 698-703
DOI: 10.1055/a-1113-7652
Originalarbeit

Entwicklung einer deutschen Telefonversion des IQCODE (Informant Questionnaire on Cognitive Decline in the Elderly) innerhalb einer Kohorte von Angehörigen von Patienten nach ischämischem Schlaganfall

Development of a German telephone version of the IQCODE (The Informant Questionnaire on Cognitive Decline in the Elderly) within a cohort of relatives of ischemic stroke patients
Sabrina Engelhardt
1  Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universitätsklinikum Würzburg
3  Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Universität Würzburg
,
Silke Wiedmann
2  Corporate member of Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, and Berlin Institute of Health, Charité Universitätsmedizin Berlin
3  Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Universität Würzburg
,
Viktoria Rücker
3  Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Universität Würzburg
,
Peter Kraft
4  Neurologie, Klinikum Main-Spessart
8  Neurologische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Würzburg
,
Daniel Mackenrodt
3  Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Universität Würzburg
8  Neurologische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Würzburg
,
Uwe Malzahn
5  Zentrale für Klinische Studien Würzburg, Universitätsklinikum Würzburg
,
Stefan Störk
6  Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz, Universität Würzburg
,
Christoph Kleinschnitz
7  Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Essen
8  Neurologische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Würzburg
,
Peter Heuschmann
3  Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Universität Würzburg
5  Zentrale für Klinische Studien Würzburg, Universitätsklinikum Würzburg
6  Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz, Universität Würzburg
› Author Affiliations

Zusammenfassung

Hintergrund Eine validierte telefonische Fassung der deutschen Version des Fragebogens „Informant Questionnaire on Cognitive Decline in the Elderly“ (IQCODE) zur Erfassung kognitiver Veränderungen von Schlaganfall-Patienten über einen Zeitraum von 10 Jahren vor Schlaganfall durch Befragung Angehöriger liegt bislang nicht vor. Eine deutsche telefonische Kurzversion existiert ebenfalls nicht.

Methoden 60 Angehörige von 60 Patientinnen und Patienten mit ischämischem Schlaganfall wurden mit der persönlichen und der telefonischen 26-Item-Version des IQCODE in randomisierter Reihenfolge befragt. Als Maß zur Quantifizierung der Reliabilität beider IQCODE-Versionen wurde ein gewichtetes Kappa berechnet (Fleiss-Cohen Gewichte). Mithilfe von Varianzinflationsfaktoren wurde eine telefonische Kurzversion des IQCODE entwickelt und diese Version mit der 26-Item-Telefonversion mittels Spearman‘s Korrelationskoeffizienten verglichen.

Ergebnisse Das gewichtete Kappa der telefonischen Befragung gegenüber der persönlichen betrug 0,84 (95 % Konfidenzintervall 0,72–0,97). Die neu entwickelte Kurzversion des telefonbasierten IQCODE umfasste 10 Items. Der Korrelationskoeffizient zwischen der Kurz- und der Langversion betrug 0,97 (95 % Konfidenzintervall 0,96–0,99).

Schlussfolgerung Die telefonische Version des deutschsprachigen 26-Item IQCODE zeigte im Vergleich zur persönlichen Befragung exzellente Übereinstimmungswerte. Die telefonische 10-Item-Kurzversion zeigte eine exzellente Übereinstimmung mit der telefonischen Langversion. Somit stehen nun auch für den deutschen Sprachraum vereinfachte Werkzeuge für die effiziente Befragung großer Kollektive zur Verfügung.

Abstract

Objectives To date, no validated long or short telephone version of the German “Informant Questionnaire on Cognitive Decline in the Elderly“ (IQCODE) exists for determining cognitive changes over a period of 10 years by interviewing relatives.

Method Sixty relatives of 60 ischemic stroke patients were interviewed both face-to-face and by phone with the 26-item German IQCODE version in randomized order. Inter-method reliability was calculated as between-method agreement and quantified by a weighted kappa with Fleiss-Cohen weights. A short telephone version of the IQCODE was developed with the Variance Inflation Factor (VIF). Its reliability in regard to the 26-item telephone ICQODE version was calculated by Spearman’s correlation coefficient.

Results The weighted kappa between the telephone and face-to-face interview was 0.84 (95 % confidence interval: 0.72–0.97). The short version of the IQCODE consists of 10 items. Spearman’s Correlation Coefficient in regard to the long and short telephone version of the IQCODE was 0.97 (95 % confidence interval 0.96–0.99).

Conclusions A long and short telephone version of the IQ-CODE for detecting cognitive changes in the elderly within a period of 10 years was developed by interviewing relatives.



Publication History

Received: 30 October 2019

Accepted: 30 January 2020

Publication Date:
10 June 2020 (online)

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