intensiv 2020; 28(03): 113
DOI: 10.1055/a-1120-7598
Editorial
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
11. Mai 2020 (online)

„Am Ende sollten wir nicht vergessen, dass wir schneller zum Empfänger als zum Spender werden.“

Patient auf einer Intensivstatioin

die Versorgung von Patienten mit Herzunterstützungssystemen ist für das Pflegepersonal eine große Aufgabe. Neben der fachlichen Qualifikation sind gerade in der Pflege Empathie und das individuelle Eingehen auf die Bedürfnisse der Patienten und ihrer Angehörigen notwendig.

Laut „Deutschem Ärzteblatt“ vom 27. März 2019 (online unter bit.ly/2VaAnjP, letzter Zugriff 27.04.2020) benötigen ca. 700 schwer herzinsuffiziente Patienten ein Spenderherz in Deutschland. Viele davon überbrücken die Zeit mit einem Herzunterstützungssystem. Diese Systeme sind für schwer herzinsuffiziente Patienten die einzige Möglichkeit, das Überleben kurz-, mittel- oder längerfristig zu ermöglichen.

Aufgrund des dramatischen Mangels an Spenderorganen in Deutschland bleibt die Herztransplantation als Goldstandard im Endstadium einer Herzinsuffizienz für viele Patienten wohl eher ein „theoretisches“ Behandlungsziel [1]. Hierzulande gilt die sogenannt Entscheidungslösung, eine Organspende ist also nur dann möglich, wenn der mögliche Organspender zu Lebzeiten eingewilligt oder sein nächster Angehöriger zugestimmt hat. Bleibt nur zu hoffen, dass Deutschland mit dieser Regelung endlich nicht mehr Schlusslicht im internationalen Vergleich bleibt.

Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen Ihre

Rita Wegmann