Laryngorhinootologie 2020; 99(09): 601-603
DOI: 10.1055/a-1123-4240
Sehen und Verstehen

Vestibularisdiagnostik im Kindesalter

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„Schwindel” ist nicht nur ein häufiges Symptom im Erwachsenenalter, auch im Kindesalter können Schwindel und peripher-vestibuläre Erkrankungen auftreten. Sogar die „klassischen“ peripher-vestibulären Erkrankungen – die Neuropathia vestibularis, der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel und die hydropische Innenohrerkrankung – kommen bereits im Kindesalter vor [1], werden häufig jedoch nicht sofort erkannt. Dies liegt unter anderem daran, dass die betroffenen Kinder mit anderen Krankheitssymptomen, wie z. B. Übelkeit, Erbrechen oder abdominelle Beschwerden, auffällig werden und darüber hinaus unter Umständen nicht in der Lage sind, etwas Abstraktes wie eine Dreh- oder Schwanksensation verbalisieren zu können [2]. Umso wichtiger ist es daher, bei unklaren Beschwerden im Kindesalter auch peripher-vestibuläre Erkrankungen in die differenzialdiagnostischen Überlegungen einfließen zu lassen und im Verdachtsfall eine altersgerechte Diagnostik durchzuführen. Eine unerkannte vestibuläre Hypofunktion kann nicht nur zu einer verlangsamten motorischen und posturalen Entwicklung eines Kindes führen, vielmehr gibt es auch Hinweise darauf, dass Kinder mit vestibulären Erkrankungen ein eingeschränktes Lesevermögen besitzen und schlechtere schulische Leistungen erbringen als gesunde Gleichaltrige [3]. Die Diagnosestellung sollte daher so früh wie möglich erfolgen.



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Artikel online veröffentlicht:
26. August 2020

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