PSYCH up2date 2021; 15(02): 163-177
DOI: 10.1055/a-1150-1703
Spezielle Themen

Psychische Erkrankungen in der Peripartalzeit

Krankheitsbilder, Risikofaktoren, somato-psychische Genese und Behandlung
Johanna Graf
,
Annica Dörsam
,
Katrin Giel
,
Karl-Oliver Kagan
,
Maren Götz
,
Stephanie Wallwiener
,
Andreas Stengel

Nicht für jede schwangere Frau ist die Peripartalphase mit besonderer Freude und Glück verbunden. Viele Frauen leiden in dieser Zeit an psychischen Erkrankungen wie Depression, Angststörung, Zwangsstörung oder Essstörung. Da dies in der Gesellschaft häufig nicht thematisiert wird, entstehen im weiteren Verlauf und post partum erhebliche emotionale Beeinträchtigungen, die Einfluss auf die fetale und kindliche Entwicklung haben können.

Kernaussagen
  • Psychische Erkrankungen in der Peripartalzeit sind sehr häufig, trotzdem werden sie selten identifiziert.

  • Eine vorherige Fehl- oder Totgeburt hat einen großen Einfluss auf die psychische Gesundheit in einer neuen Schwangerschaft.

  • Somatische Komplikationen können eine peripartale psychische Erkrankung begünstigen oder exazerbieren.

  • Viele Betroffene nehmen aufgrund einer Stigmatisierungsangst oder Unwissenheit eine professionelle interdisziplinäre Behandlung nicht in Anspruch.

  • Es gibt bereits gute Evidenzen für psychotherapeutische Methoden zur Behandlung von psychisch kranken Schwangeren.

  • Eine psychopharmakologische Behandlung in der Schwangerschaft ist unter engmaschiger Betreuung möglich.



Publication History

Publication Date:
10 March 2021 (online)

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