Zeitschrift für Phytotherapie 2020; 41(05): 246
DOI: 10.1055/a-1150-9467
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Widersprüchliches zur Krebsprävention mit grünem Tee?

In einem Cochrane Report haben verschiedene Cochrane Gruppen untersucht, welche Evidenz epidemiologische Studien zum Zusammenhang zwischen dem Konsum von grünem Tee (Camellia sinensis) und dem Risiko, an Krebs zu erkranken, bieten. Die Cochrane Autoren haben für ihre Metaanalyse 142 Studien mit mehr als 1,1 Millionen Studienteilnehmern berücksichtigt, die nach einem Zusammenhang zwischen dem Konsum von grünem Tee und verschiedenen Krebserkrankungen suchten. Die Mehrzahl der Studien war von mittlerer bis hoher Qualität.

Die Studien zeigten unterschiedliche Effekte von grünem Tee bei der Verringerung des Krebsrisikos. Einige deuteten auf eine positive Wirkung hin, andere zeigten keine Wirkung oder wiesen sogar auf ein leicht erhöhtes Krebsrisiko hin. Insbesondere in experimentellen Studien wurde beobachtet, dass die Supplementierung mit Grüntee-Extrakt ein vermindertes Risiko für Prostatakrebs, aber ein erhöhtes Risiko für gynäkologische Krebserkrankungen mit sich bringt. Bei Nicht-Melanom-Hautkrebs zeigte sich kein Unterschied in den Krebsfällen. Die Supplementation mit grünem Tee schien die Lebensqualität im Placebovergleich leicht zu verbessern, obwohl sie mit einigen unerwünschten Wirkungen verbunden war (z. B. Magen-Darm-Störungen, Schlafstörungen).

www.cochrane.org, 2.3.2020

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Abb. 1 Auch nach 142 Studien mit Grüntee gilt: “A beneficial effect of green tea consumption on cancer prevention remains unproven so far. Caution is advised regarding supplementation with high-dose green tea extracts due to the possible adverse effects.” Quelle: Kirsten Oborny / Thieme Gruppe


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19 October 2020 (online)

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