Notaufnahme up2date 2021; 3(01): 51-62
DOI: 10.1055/a-1151-9985
Trauma, Rücken und Extremitäten

Der lumbale Rückenschmerzpatient im Notfallzentrum

Tom R. Jansen
,
Thomas M. Randau

Rückenschmerzen sind eine weltweite Volkskrankheit. Im Notfallzentrum ist es wichtig, Patienten mit neurologischen Ausfallerscheinungen oder lebensbedrohlichen Differenzialdiagnosen herauszufiltern, rechtzeitig zu diagnostizieren und eine Behandlung einzuleiten, während bei Patienten mit funktionellen, nicht spezifischen Schmerzen deeskaliert und informiert werden muss, um eine unnötige „Iatrogenisierung“ zu verhindern.

Kernaussagen
  • Rückenschmerzen sind insgesamt häufig und damit auch ein häufiger Grund für die Vorstellung im Notfallzentrum.

  • Entscheidend ist das Erkennen von „Red Flags“, um abwendbar gefährliche Verläufe zu erkennen.

  • Anamnese und klinische Untersuchung sind entscheidend dafür, welche weitere Diagnostik und Therapie eingeleitet werden müssen.

  • Apparative und sonstige aufwendige differenzialdiagnostische Abklärungen im Notfallzentrum müssen nur erfolgen, wenn Red Flags vorliegen und eine therapeutische Konsequenz besteht.

  • Die überwiegende Anzahl der Patienten mit akuten unspezifischen Rückenschmerzen kann durch Information, Aufklärung sowie ggf. ambulante Analgesie versorgt werden.

  • Selten verursachen extravertebragene Ursachen wie Aneurysmen oder Ischämien die Rückenschmerzen, an die ebenfalls gedacht werden muss.

  • Bei ambulant nicht beherrschbarer Schmerzsymptomatik kann eine stationäre Aufnahme zur Eskalation der Analgesie nötig werden.



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Publication Date:
14 January 2021 (online)

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