Abstract
Introduction Preparations of health systems to accommodate large number of severely ill COVID-19
patients in March/April 2020 has a significant impact on nuclear medicine departments.
Materials and Methods A web-based questionnaire was designed to differentiate the impact of the pandemic
on inpatient and outpatient nuclear medicine operations and on public versus private
health systems, respectively. Questions were addressing the following issues: impact
on nuclear medicine diagnostics and therapy, use of recommendations, personal protective
equipment, and organizational adaptations. The survey was available for 6 days and
closed on April 20, 2020.
Results 113 complete responses were recorded. Nearly all participants (97 %) report a decline
of nuclear medicine diagnostic procedures. The mean reduction in the last three weeks
for PET/CT, scintigraphies of bone, myocardium, lung thyroid, sentinel lymph-node
are –14.4 %, –47.2 %, –47.5 %, –40.7 %, –58.4 %, and –25.2 % respectively. Furthermore,
76 % of the participants report a reduction in therapies especially for benign thyroid
disease (-41.8 %) and radiosynoviorthesis (–53.8 %) while tumor therapies remained
mainly stable. 48 % of the participants report a shortage of personal protective equipment.
Conclusions Nuclear medicine services are notably reduced 3 weeks after the SARS-CoV-2 pandemic
reached Germany, Austria and Switzerland on a large scale. We must be aware that the
current crisis will also have a significant economic impact on the healthcare system.
As the survey cannot adapt to daily dynamic changes in priorities, it serves as a
first snapshot requiring follow-up studies and comparisons with other countries and
regions.
Zusammenfassung
Einleitung Die Vorbereitungen der Gesundheitssysteme auf die Aufnahme einer großen Zahl schwerkranker
COVID-19-Patienten im März/April 2020 haben erhebliche Auswirkungen auf nuklearmedizinische
Abteilungen und Praxen, deren Ausmaß unbekannt ist. Ziel dieser Online-Umfrage ist
es, den aktuellen Status der nuklearmedizinischen Abteilungen in Deutschland, Österreich
und der Schweiz zu erfassen.
Materialien und Methoden Ein webbasierter Fragebogen wurde entwickelt, um die Auswirkungen der Pandemie auf
stationäre und ambulante nuklearmedizinische Abteilungen zu erfassen. Die Fragen bezogen
sich auf die folgenden Themen: Merkmale der nuklearmedizinischen Abteilung, Auswirkungen
auf die nuklearmedizinische Diagnostik und Therapie, Anwendung von Empfehlungen, persönliche
Schutzausrüstung (PSA) und organisatorische Anpassungen an die neuen Rahmenbedingungen.
Die Umfrage war 6 Tage lang verfügbar und wurde am 20. April 2020 geschlossen.
Ergebnisse 113 vollständige Antworten wurden erfasst und ausgewertet. Nahezu alle Teilnehmer
(97 %) berichten über einen Rückgang der nuklearmedizinischen Diagnostik. Die durchschnittliche
Abnahme in den letzten drei Wochen für PET/CT, Szintigraphien von Knochen, Myokard,
Lunge, Schilddrüse, Sentinel-Lymphknoten beträgt –14,4 %, –47,5 %, –40,7 %, –58,4 %
beziehungsweise –25,2 %. 76 % der Teilnehmer berichten über einen Rückgang der Therapien.
Hiervon betroffen sind insbesondere die Radiojodtherapie von gutartigen Schilddrüsenerkrankungen
(–41,8 %) und die Radiosynoviorthese (–53,8 %), während die Tumortherapien weitgehend
stabil blieben. 48 % der Teilnehmer berichten über einen Mangel an persönlicher Schutzausrüstung.
Organisatorische Anpassungen wie Kurzarbeit und Versetzung von Mitarbeitern wurden
in 36 % beziehungsweise 19 % berichtet.
Schlussfolgerungen Die nuklearmedizinischen Leistungen sind 3 Wochen, nachdem die Pandemie SARS-CoV-2
Deutschland, Österreich und die Schweiz in großem Umfang erreicht hat, deutlich reduziert.
Wir müssen uns bewusst sein, dass die gegenwärtige Krise auch erhebliche wirtschaftliche
Auswirkungen auf das Gesundheitssystem haben wird, sowohl in Krankenhäusern als auch
in Praxen. Da sich die Umfrage nicht an die täglichen dynamischen Veränderungen der
Prioritäten anpassen kann, dient sie als eine erste Momentaufnahme, die Folgestudien
und Vergleiche mit anderen Ländern und Regionen erfordert.
Key words
COVID-19 - nuclear medicine - impact - survey
Schlüsselwörter
COVID-19 - Folgen - Nuklearmedizin - Umfrage