Journal Club AINS 2020; 09(03): 149-150
DOI: 10.1055/a-1166-7702
Highlights

Verzögerte antibiotische Therapie erhöht Letalität

Die Sepsis ist eine Belastung für die globale öffentliche Gesundheit, die über 31 Millionen Menschen betrifft und geschätzte 5,3 Millionen Todesfälle jährlich produziert. Internationale Leitlinien fordern eine zeitgerechte Administration von Antibiotika bei septischen Patienten und insbesondere im Falle eines septischen Schocks wird empfohlen, diese innerhalb der ersten Stunde zu verabreichen. Die Beziehung zwischen der Antibiotikagabe und der Letalität bei Patienten mit septischem Schock wurde bisher nicht spezifisch für die Bakteriämie mit Staphylococcus aureus betrachtet.

Fazit

Unter Patienten mit septischem Schock aufgrund einer Staphylococcus-aureus-Bakteriämie, die direkt von der Notaufnahme auf die intensivstation verlegt wurden, zeigte sich für jede Stunde Verzögerung bis zur Verabreichung einer adäquaten Antibiotikatherapie eine Zunahme der Odds für die 30-Tage-Legalität von 11 %. Die Autoren schließen, dass einer zügigen Verabreichung von Antibiotika bei jedem Patienten mit Verdacht auf einen septischen Schock eine Schlüsselrolle zukommt. Zukünftige Studien, so die Autoren, müssen den zeitlichen Zusammenhang zwischen der Antibiotikagabe und der Letalität bei anderen Pathogenen wie gramnegativen Bakterien klären. Die Autoren nennen einige Limitation ihrer Studie, so z. B. das observationale Design, außerdem die Tatsache, dass die Studienpopulation vorrangig männlich war.



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Publication Date:
10 September 2020 (online)

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