Notfallmedizin up2date 2021; 16(01): 27-38
DOI: 10.1055/a-1176-2747
Allgemeine und organisatorische Aspekte

Der agitierte und aggressive Patient

Patricia Ohrmann
,
Ralf Schepers

Aggressivität und Gewalt im Notarztdienst sind keine Seltenheit. Studienergebnisse ermittelten eine erschreckend hohe Zahl gewalttätiger Übergriffe und strafrechtlich relevanter Delikte gegen die körperliche Integrität des Rettungsdienstpersonals [1]. Gute Kenntnisse über verhaltensmodifizierende und psychopharmakologische Interventionen bei dieser Patientengruppe sind daher essenziell.

Kernaussagen
  • Der Schutz des Behandlungsteams vor aggressiven Übergriffen hat eine hohe Priorität und sollte insbesondere in unübersichtlichen Situationen zunächst gesichert werden.

  • Eine diagnostische Einschätzung und Abklärung sollten möglichst zielgerichtet und schnell erfolgen.

  • Die Gestaltung der Kommunikation ist entscheidend vom Behandler abhängig, diese sollte immer deeskalierend und professionell sein.

  • Wenn es zu einer Fixierung und damit Gewaltanwendung gegen den Patienten kommt, sollte diese gut vorbereitet sein und mit einem Minimum an Verletzungen einhergehen. Dafür sind regelmäßige Trainings erforderlich.

  • Benzodiazepine und Antipsychotika sind nach aktuellem Wissensstand wirksam in der Behandlung akuter Erregungszustände.

  • Der Einsatz von Psychopharmaka sollte nach Überprüfung der Kontraindikationen rasch erfolgen.

  • Eine orale oder nasale Medikation ist einer i. m. oder i. v. Medikation vorzuziehen.



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Publication Date:
03 March 2021 (online)

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