Sportverletz Sportschaden 2020; 34(03): 129-135
DOI: 10.1055/a-1209-4666
Übersicht

Epidemiologie und Verletzungsprävention im Handball

Epidemiology and injury prevention in handball
Leonard Achenbach
1  Klinik f. Unfall-, Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Universitätsklinikum Würzburg
,
Patrick Luig
2  Deutscher Handballbund e. V., Dortmund
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Zusammenfassung

Handball ist durch eine hohe Verletzungsrate gekennzeichnet. Aktuelle epidemiologische Studien, die die Charakteristik des Handballs besser berücksichtigen, zeichnen hierbei ein deutliches Bild des Verletzungsmusters und -risikos für Handballspielerinnen und -spieler. Während die Hälfte der Spieler nach einer akuten Verletzung mit einer medizinischen Behandlung weiterspielen und trainieren können, so geht die andere Hälfte der Verletzungen mit Verlust an Trainings- und Spielzeit einher. Zwar zeigen sich die erlittenen Verletzungen im Ligabetrieb häufig mit einem Kontaktmechanismus assoziiert, jedoch sind diese nur wenig mit Foulspiel verbunden, sodass im Handball ein hohes Präventionspotenzial vorhanden ist. Die Handballmedizin zeigt dabei große Bemühungen, das Verletzungsrisiko ihres Sports primär reduzieren zu wollen. Die bereits vorhandene Evidenz für Reduktionsmöglichkeiten von Knieverletzungen muss nun in den Trainingsalltag implementiert werden. Aufgrund der hohen Prävalenz von Überlastungsverletzungen der Wurfschulter wurden auch hier die ersten Erkenntnisse in ein Präventionsprogramm umgesetzt. Dieser Artikel wird dies im Detail beschreiben.

Abstract

Handball is characterised by a high rate of injuries. Recent epidemiologic studies, which take the characteristics of handball into account, demonstrate a clear picture of injury patterns and injury risks for handball athletes. While more than half of all athletes can continue playing handball after medical treatment, the other half of injuries is accompanied by loss of training and match time. Although the sustained injuries are associated with a contact mechanism, they are not related to a high rate of foul play in the league setting. This shows that there is a high potential for prevention. Handball medicine strongly aims to primarily reduce and thus prevent injuries in this sport. The existing evidence for the potential of prevention of severe knee injuries must now be implemented into daily training. Due to the high prevalence of overuse injuries to the throwing shoulder, here, too, the first insights have been implemented in a prevention programme. This is described in detail in this article.



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Publication Date:
21 August 2020 (online)

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