Zeitschrift für Sexualforschung 2020; 33(03): 178-180
DOI: 10.1055/a-1213-9618
Bericht

„Switched On“: UNESCO-Konferenz 2020 zur sexuellen Bildung im digitalen Raum

Nicola Döring

Wer sexuelle Fragen hat, sucht heute meist als Erstes im Internet. Denn dort lassen sich schnell und diskret vielfältige Antworten finden – auch zu heiklen und schambehafteten Themen. Aber ist diesen Antworten zu trauen? Können sich speziell Kinder und Jugendliche im digitalen Informationsangebot orientieren? Oder beziehen sie ihre sexuellen Informationen am Ende vor allem aus zweifelhafter Online-Pornografie? Derartige Fragen werden seit der Popularisierung des Internet in den 1990er-Jahren diskutiert. Mit der Verbreitung von Smartphones sind sie in jüngerer Zeit noch vordringlicher geworden. Vor diesem Hintergrund hat die UNESCO in Zusammenarbeit mit UNFPA EECARO, der International Planned Parenthood Federation (IPFF) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) das internationale Symposium „Switched On“ zur sexuellen Bildung im digitalen Raum einberufen: Vom 19. bis 21. Februar 2020 trafen sich rund 150 eingeladene Fachleute aus aller Welt in Istanbul, um sich über den Status quo und die zukünftige Entwicklung digitaler Sexualaufklärung auszutauschen (https://en.unesco.org/events/switched-sexuality-education-digital-space). Dabei waren nicht nur akademische und administrative Vertrete-r_innen des Bildungs- und Gesundheitssektors, sondern auch Fachleute der Technologie-Branche und nicht zuletzt viele junge Leute und Aktivist_innen, die digitale Angebote der sexuellen Bildung selbst entwickeln und betreiben. Im Englischen spricht man hier von Angeboten zu SRH (Sexual and Reproductive Health) bzw. SRHR (Sexual and Reproductive Health and Rights).



Publication History

Publication Date:
16 September 2020 (online)

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