Gastroenterologie up2date 2021; 17(02): 153-166
DOI: 10.1055/a-1242-4763
Ösophagus/Magen/Duodenum

Herausforderung gastrointestinale Stromatumoren

Frank T. Kolligs
,
Peter Reichardt

Gastrointestinale Stromatumoren sind die häufigsten mesenchymalen Neoplasien des Verdauungstraktes. In lokalisierten Stadien erfolgt eine chirurgische Resektion, je nach Größe und Risikokonstellation begleitet durch eine adjuvante oder neoadjuvante Therapie. Für das metastasierte Stadium stehen heute mehrere Therapielinien zur Verfügung. Die Mutationsanalyse aus dem Tumormaterial ist für die Therapieplanung von zentraler Bedeutung.

Kernaussagen
  • GIST repräsentieren 80% aller mesenchymalen Neoplasien des Verdauungstraktes. Sie finden sich überwiegend im Magen und Dünndarm.

  • Eine OP-Indikation besteht bei symptomatischen GIST, Durchmesser > 2 cm außerhalb des Dünndarms, Lokalisation des GIST im Dünndarm.

  • Gastrale GIST < 2 cm haben ein niedriges Malignitätspotenzial und können in der Regel endosonografisch überwacht werden.

  • Bei zu erwartendem Funktionsverlust durch die Operation sollte eine präoperative systemische Therapie durchgeführt werden.

  • Nach der Operation müssen obligat das Rezidivrisiko bestimmt und eine Mutationsanalyse durchgeführt werden.

  • Bei hohem Rezidivrisiko und sensitiver Mutation erfolgt eine adjuvante Therapie mit Imatinib über 3 Jahre.

  • Bei lokal fortgeschrittenen oder metastasierten GIST ist die Behandlung mit Imatinib die Therapie der Wahl. Eine Ausnahme besteht bei Patienten mit einer PDGFRA-Exon-18-D842V-Mutation. Hierfür steht seit Kurzem mit Avapritinib die einzig wirksame Therapie zur Verfügung.

  • Bei Unverträglichkeit oder Progress unter laufender Therapie stehen inzwischen mehrere weitere Therapielinien zur Verfügung.



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Publication Date:
14 June 2021 (online)

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