Der Nuklearmediziner
DOI: 10.1055/a-1307-8105
Übersichtsarbeit Strahlenschutz

Häufigkeit und Strahlenexposition nuklearmedizinischer Untersuchungen in Deutschland

Frequency and radiation exposure of nuclear medicine examinations in Germany
Markus Borowski
1  Klinikum Braunschweig, Institut für Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin, Braunschweig, Deutschland
,
Lukas Pirl
1  Klinikum Braunschweig, Institut für Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin, Braunschweig, Deutschland
,
Christian Happel
2  Universitätsklinikum Frankfurt, Klinik für Nuklearmedizin, Frankfurt am Main, Deutschland
,
Dirk Hellwig
3  Universitätsklinikum Regensburg, Abteilung für Nuklearmedizin, Regensburg, Deutschland
,
Michael Mix
4  Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Nuklearmedizin, Freiburg, Deutschland
,
Philipp Wiggermann
1  Klinikum Braunschweig, Institut für Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin, Braunschweig, Deutschland
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Zusammenfassung

Neun Jahre nach der letzten bundesweiten Erhebung von Daten zur Häufigkeit und Strahlenexposition nuklearmedizinischer Untersuchungen wurde in 71 Einrichtungen erneut ein umfangreicher Datensatz für die Jahre 2016 und 2017 zusammengetragen und analysiert. Die Auswertung basierte auf möglichst vollständigen Daten sämtlicher Untersuchungen des Erhebungszeitraums. Erstmalig wurden ebenfalls Daten zu computertomografischen (CT)-Untersuchungen im Rahmen der Hybridbildgebung erfasst. Die relative Häufigkeit untersuchter Organbereiche hat sich im Vergleich zur Vorgängerstudie relevant geändert. Die relative Häufigkeit von Schilddrüsen- und Skelettuntersuchungen ist deutlich rückläufig. Der Anteil der PET-Bildgebung hat sich mehr als verdoppelt. Die anhand applizierter Aktivitäten berechnete effektive Dosis sank im Mittel um mehr als 25 %, was jedoch vornehmlich auf Änderungen in den Dosiskoeffizienten zurückzuführen ist. Bei Untersuchungen, für die diagnostische Referenzwerte (DRW) existieren, sind Konvergenzen applizierter Aktivitäten zu diesen Werten erkennbar. Bei anderen Untersuchungen ist die Verteilung der in Einrichtungen im Mittel applizierten Aktivitäten teilweise recht heterogen. Die Höhe der Dosis der CT-Untersuchungen, die im Rahmen der Hybridbildgebung durchgeführt werden, unterscheidet sich relevant zwischen einzelnen Einrichtungen. Darüber hinaus besteht eine deutliche Überlappung der Verteilungen der Dosiswerte bei diagnostischen CT-Untersuchungen und solchen, die nach Aussage der Anwender ausschließlich zur Schwächungskorrektur und anatomischen Koregistrierung durchgeführt wurden.

Abstract

In 2007 and 2008 the last nationwide survey on frequency and doses related to nuclear medicine examinations in Germany was conducted. In 2016 and 2017 this survey has been repeated. Both surveys are based on, wherever possible, complete datasets of the whole data collection period. Data on computed tomography (CT) imaging from hybrid imaging studies has been included for the first time. Relative frequencies of different groups of investigations changed remarkably. In particular, studies of the thyroid and bones were conducted significantly less frequent. In opposite, the relative frequency of PET studies increased more than twice. Effective doses from studies can be calculated to be more than 25 % lower than in the previous study. However, this is at most related to changes in dose coefficients. Activities, administered on average at different sites, converge to corresponding diagnostic reference levels (DRL), if defined. In examinations without available DRL, applied activities differ considerably between different sites in some cases. Also, in CT imaging, dose values still differ remarkably between sites. Moreover, dose distributions from diagnostic CT scans and those to accomplish attenuation correction and anatomical mapping clearly overlap.



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Publication Date:
30 April 2021 (online)

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