Rofo
DOI: 10.1055/a-1324-4010
Review

PI-RADS 2.1 – Befundinterpretation: Die wichtigsten Neuerungen und ihre klinischen Implikationen

Article in several languages: English | deutsch
1  Institute of Diagnostic and Interventional Radiology, Pediatric Radiology and Neuroradiology, Rostock University Medical Center, Rostock, Germany
,
Heinz-Peter Schlemmer
2  Radiology, German Cancer Research Centre, Heidelberg, Germany
,
1  Institute of Diagnostic and Interventional Radiology, Pediatric Radiology and Neuroradiology, Rostock University Medical Center, Rostock, Germany
,
Kolja M. Thierfelder
1  Institute of Diagnostic and Interventional Radiology, Pediatric Radiology and Neuroradiology, Rostock University Medical Center, Rostock, Germany
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Zusammenfassung

Hintergrund Die multiparametrische Magnetresonanztomografie (MRT) der Prostata übernimmt inzwischen eine zentrale Rolle in der Diagnostik bei Patienten mit Verdacht auf Prostatakarzinom. Zum Erfolg der Methode trägt die zunehmende Verbreitung der zuletzt im Jahr 2019 auf die Version 2.1 aktualisierte Leitlinie zur Standardisierung von Bildakquisition, Auswertung und Befundung (Prostate Imaging – Reporting and Data System, PI-RADS) bei.

Material und Methoden Die zentralen Neuerungen der im Frühjahr 2019 vorgestellten PI-RADS-Version 2.1 gegenüber der Vorgängerversion PI-RADS 2.0 werden vorgestellt und bezüglich ihrer klinischen Implikationen diskutiert.

Ergebnisse Die PI-RADS-Version 2.1 zielt darauf ab, die Anwendung zu vereinfachen, ohne dabei das Grundkonzept der dominanten Sequenz (DWI in der peripheren Zone, T2 in der Transitionszone) zu ändern. Von besonderer Bedeutung sind die stärkere Gewichtung der Diffusionsbildgebung in der Transitionszone, der nun obligatorische hohe b-Wert von mindestens 1400 s/mm2 und neue Hinweise zur Beurteilung der zentralen Zone und des anterioren fibromuskulären Stromas.

Schlussfolgerung Die 2019 veröffentlichte PI-RADS-Version 2.1 adressiert verschiedene Änderungen, die sowohl Untersuchungstechnik als auch Befundung betreffen. Inwieweit sich damit die Ziele der Reduktion der Interreader-Variabilität und der Erhöhung der Detektionsrate in der Transitionszone erreichen lassen, müssen prospektive klinische Studien zeigen.

Kernaussagen:

  • Die neue PI-RADS-Version 2.1 umfasst einzelne Änderungen bezüglich Befundinterpretation und Untersuchungstechnik.

  • In der Transitionszone wird die Rolle der Diffusionsbildgebung gestärkt.

  • Ein ultrahoher b-Wert von mindestens 1400 s/mm2 ist nach PI-RADS 2.1 obligat.

  • Die biparametrische MRT wird nicht zur generellen Anwendung empfohlen.

Zitierweise

  • Beyer T, Schlemmer H, Weber M et al. PI-RADS 2.1 – Image Interpretation: The Most Important Updates and Their Clinical Implications. Fortschr Röntgenstr 2020; DOI: 10.1055/a-1324-4010



Publication History

Received: 04 March 2020

Accepted: 10 November 2020

Publication Date:
21 December 2020 (online)

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