Radiologie up2date
DOI: 10.1055/a-1382-7196
Brustbildgebung/Mammografie

Brustkrebsfrüherkennung bei Frauen mit erhöhten Erkrankungsrisiken

Breast Cancer Screening in Women at Increased Risk
Michael Püsken
,
Kerstin Rhiem
,
Eva M. Fallenberg

Zusammenfassung

Für Patientinnen und gesunde Ratsuchende mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko für Brustkrebs besteht ein langjährig etabliertes Programm zur intensivierten Früherkennung und Nachsorge in den spezialisierten Zentren des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs (https://www.konsortium-familiaerer-brustkrebs.de/). Dabei kommt der MR-Mammografie aufgrund der sehr hohen Sensitivität beim Tumornachweis eine besondere Bedeutung zu.

Abstract

For patients and healthy advice seekers with an increased risk of breast cancer, there is a long-established program for intensified early detection and follow-up in the specialized centers of the German Consortium for Familial Breast and Ovarian Cancer (https://www.konsortium-familiaerer-brustkrebs.de/). MR mammography is of particular importance in this context due to its very high sensitivity in tumor detection.

Kernaussagen
  • Im Deutschen Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs wird in aktuell 24 spezialisierten universitären Zentren ein etabliertes intensiviertes Früherkennungs- und Nachsorgeprogramm bei Patientinnen und gesunden Ratsuchenden mit einem erhöhten familiären Brustkrebsrisiko angeboten.

  • Das höchste Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, besteht für BRCA1/2-Mutationsträgerinnen (ca. 70%). Die Karzinome zeichnen sich häufig durch schnelles Wachstum und morphologisch benigne Kriterien (glatt begrenzt, rundliche Form) aus.

  • Die MR-Mammografie zeigt im Vergleich zu Mammografie und Sonografie die höchste Sensitivität im Nachweis von invasiven und In-situ-Karzinomen. Hierdurch werden Karzinome meist in einem Frühstadium entdeckt. Das Outcome des Hochrisiko-Screenings wird vor allem durch die MR-Mammografie bestimmt.

  • Durch die Auswertung der Daten des IFNP des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs sind nun aber auch Daten für die nicht direktive Beratung von Frauen mit erhöhtem Risiko bezüglich der falsch positiven Raten bekannt.

  • Da ca. 30% der Malignome allein in der MR-Mammografie nachgewiesen werden, kommt der MRT-gesteuerten Vakuumbiopsie ein hoher Stellenwert zu. Ebenfalls hat die „Target-Sonografie“ bei suspekten Befunden in der MR-Mammografie und Mammografie eine große Bedeutung.



Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
27. April 2021 (online)

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