Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 2022; 17(04): 397-413
DOI: 10.1055/a-1587-9279
Pädiatrische Orthopädie und Unfallchirurgie

Ultraschall in der Kindertraumatologie

Einsatz und Entwicklungen in der Frakturdiagnostik und im Schockraum
Tilmann Rückauer
,
Lucas M. Wessel

Der Beitrag stellt den aktuellen Stand der Einsatzmöglichkeiten und Limitationen der Ultraschalldiagnostik in der Kindertraumatologie einschließlich der Fraktursonografie im Kindesalter dar und soll das Interesse für den klinischen Einsatz strahlensparender Diagnostik wecken. Die praktische Anwendung kann in entsprechenden Kursen [1] erlernt und dann auch von den üblicherweise in der Notaufnahme tätigen jungen Assistenzärzten eingesetzt werden.

Kernaussagen
  • Der Ultraschall hat in der Kindertraumatologie einen festen Stellenwert für die Primär- und Verlaufsdiagnostik.

  • Verletzungen des Thorax und Abdomens können – besonders unter Zuhilfenahme des kontrastverstärkten Ultraschalls – mit zufriedenstellender Sicherheit festgestellt werden, sodass unter Berücksichtigung der Kreislaufstabilität in vielen Fällen eine CT-Untersuchung zurückgestellt werden kann.

  • Die Fraktursonografie im Kindes- und Jugendlichenalter ist für die häufigsten Frakturlokalisationen der langen Röhrenknochen – bevorzugt metaphysär – mit hoher Sicherheit anwendbar.

  • Frakturform und Fehlstellung lassen sich am proximalen Humerus sowie distalen Unterarm sonografisch zuverlässig beurteilen.

  • Die Fraktursonografie kann somit in der Primärdiagnostik und zur Verlaufskontrolle eingesetzt werden.

  • Bei Ellenbogenverletzungen dient die Fraktursonografie der Entscheidung für oder gegen eine Röntgenaufnahme. Diese ist bei negativem dorsalem Fettpolsterzeichen verzichtbar, wenn nicht klinische Befunde für eine extraartikuläre Fraktur sprechen.

  • Die hohe Verfügbarkeit geeigneter Ultraschallgeräte und die rasche Erlernbarkeit der Untersuchungsgänge sprechen für den routinemäßigen Einsatz in der Notaufnahme.

  • Für den Zeitraum der Umstellung hausinterner Standards oder bei Unsicherheiten steht die Röntgenaufnahme zur Bestätigung weiterhin zur Verfügung.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
04. August 2022

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